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Mutmassliche Menschenhändlerin akzeptiert Schuldsprüche

Die in Bern angeklagte Thailänderin bekennt sich des 75-fachen Menschenhandels schuldig. Die Freiheitsstrafe von 10,5 Jahren hält sie indessen für zu hoch.

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Die 60-Jährige Angeklagte muss sich heute vor dem Berner Obergericht verantworten. Foto: Peter Klaunzer/Keystone
Die 60-Jährige Angeklagte muss sich heute vor dem Berner Obergericht verantworten. Foto: Peter Klaunzer/Keystone

Die wegen umfangreichen Menschenhandels angeklagte Thailänderin hat am Donnerstag in Bern alle 75 Schuldsprüche akzeptiert. Das Strafmass bleibt aber umstritten.

Sie sehe, dass sie Fehler gemacht habe, räumte die zierliche ältere Frau vor dem Obergericht ein. Die in erster Instanz verhängte Freiheitsstrafe von 10,5 Jahren hält sie indessen für zu hoch, wie sie vor Obergericht sagte.

Die Staatsanwaltschaft hat das erstinstanzliche Urteil ebenfalls ans Obergericht weitergezogen. Sie wird aller Voraussicht nach eine Strafverschärfung fordern.

Zurückzahlen angeblicher Reisekosten

Die erste Gerichtsinstanz sah es als erwiesen an, dass die Thailänderin zahlreiche meist wenig gebildete Landsfrauen und Transsexuelle in die Schweiz lockte, wo diese dann als Prostituierte anschaffen mussten. Der nur «Mam» genannten Thailänderin mussten sie angebliche Reisekosten zurückzahlen.

Die hohen Summen stürzten die in die Schweiz gelockten Thai in eine Schuldenfalle, die sie noch enger an «Mam» band. Die meisten «Mädchen» verfügten nicht über Sprachkenntnisse, um sich in der Schweiz durchzuschlagen. Sie lebten isoliert unter der Knute von «Mam», die sie rabiat zum Anschaffen antrieb.

Das bernische Obergericht muss nun das Urteil des Regionalgerichts Berner Jura-Seeland in Biel überprüfen. Das Obergericht will das Urteil am 6. März bekannt geben.

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Sie verteilte Thailänderinnen an Bordelle

Die 60-jährige P. P. schleuste für bis zu 30'000 Franken Frauen zur Prostitution in die Schweiz. Bis man ihr auf die Schliche kam.

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(SDA)

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