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Mutterfreuden und Olympia als Ziel

Die Bachenbülacherin Nicola Spirig erwartet ihr zweites Kind und nimmt Olympia 2020 ins Visier.

Eine strahlende Nicola Spirig präsentrierte sich gestern Donnerstag der Presse. Die 34-Jährige Bachenbülacherin erwartet ihr zweites Kind und möchte bei Olympia 2020 in Tokio erneut eine sensationelle Leistung zeigen.
Eine strahlende Nicola Spirig präsentrierte sich gestern Donnerstag der Presse. Die 34-Jährige Bachenbülacherin erwartet ihr zweites Kind und möchte bei Olympia 2020 in Tokio erneut eine sensationelle Leistung zeigen.
Keystone

Nicola Spirig erwartet Ende Mai 2017 von Ehemann Reto Hug ihr zweites Kind. Die Triathlon-Olympiasiegerin von 2012 und Olympiazweite von 2016 will danach ihre Karriere auf der Kurzdistanz fortsetzen.

Spirig ist bereits Mutter des dreieinhalbjährigen Yannis. Nach der erneuten Schwangerschaft will die 34-jährige Zürcher Unterländerin frühestens im Herbst 2017 wieder Wettkämpfe bestreiten. «Es braucht sicher auch Zeit nach der Geburt, sich an die neue Familiensituation zu gewöhnen. Auch wird Yannis bald einmal in den Kindergarten kommen und auch dies wird zu organisieren sein. Doch ich möchte weitermachen. Dabei werde ich mir für den Formaufbau ausreichend Zeit und Geduld lassen.»

Auch während der aktuellen Schwangerschaft werde sie keine Wettkämpfe bestreiten. «Dennoch trainiere ich noch rund 12 bis 15 Stunden pro Woche, aber nur im Ausdauer-, nicht im intensiven Bereich. Und das Radtraining betreibe ich in dieser Zeit nur indoor, um kein Sturzrisiko einzugehen», so Spirig.

Der Wiedereinstieg wird über kürzere Distanzen wie beispielsweise einem 3000-m-Bahnrennen als Leichtathletin erfolgen. Auf jeden Fall würde Spirig den Fokus nach ihrer Rückkehr mit Blick auf eine allfällige Qualifikation für die Olympischen Spiele 2020 in Tokio auf den Triathlon ausrichten.

Eingeschränkte Vorbereitung

In Tokio wäre Spirig die erste Triathletin mit fünf Olympia-Teilnahmen. Triathlon figuriert seit 2000 im olympischen Programm. Für Tokio zieht der Triathlon-Weltverband ITU eine Halbierung des Wettkampf­formats und damit eine Sprintdistanz (0,75 km Schwimmen/20 km Radfahren/5 km Laufen) in Betracht. «Vom Training her wäre dies ein Vorteil, denn das Radfahren würde da komplett weg­fallen, da in der zweiten Disziplin niemand mehr wegkommt. Als Athletin hoffe ich aber auf die Beibehaltung der olympischen Distanz», sagte Spirig.

Auch wenn Spirig zum jetzigen Zeitpunkt Olympia 2020 noch als vages Fernziel betrachtet, betonte sie: «Ich möchte auch in Tokio um die Medaillen mitkämpfen können. Nur um teilzunehmen, werde ich nicht antreten.»

Bereits wenige Wochen nach den Sommerspielen von Rio de Janeiro hatte sich Spirig also umentschieden. Für sie kam nun doch eine weitere Olympiateilnahme als Triathletin infrage. Die Last der hinter sich gebrachten Vorbereitung mit dem überaus gelungenen Abschneiden erwiesen sich als Befreiungsschlag.

Zumal die Vorbereitung mit der Umstellung nach dem Bruch der linken Hand ein enormer Kraftakt gewesen sei. «Da gab es kaum Pausen und drei Trainings pro Tag an der Leistungsgrenze, um den Trainingsrückstand aufzuholen. Nach Rio war ich daher extrem froh, dass ich vom Training her runterfahren konnte. Das war für mich mental enorm wichtig», sagte Spirig. Schliesslich sei die Vorbereitung auf Rio auch ohne Handbruch deutlich belastender gewesen als jene auf London 2012. «Es gab Erwartungen und Druck. Man wollte das ganze Umfeld nicht enttäuschen.»

Olympiasilber sei nicht möglich gewesen ohne die Unterstützung ihres Ehemanns Reto Hug. «Er kennt als ehemaliger Athlet alle Seiten und machte schon zahlreiche Verletzungen selbst durch und war und ist mir auch als ausgebildeter Physiotherapeut eine grosse Stütze. Schliesslich kann er auch stets schnell einschätzen, inwiefern gewisse Schmerzstellen genauerer Abklärungen bedürfen.»

Apropos «Abklärungen»: Spirig tendiert dazu, die eingesetzten Platten und Schrauben an der linken Hand demnächst entfernen zu lassen. «Für mich sind sie ein Fremdkörper», sagt sie.

Ironman-WM vorderhand kein Thema für Spirig

Nach ihrer zweiten Schwangerschaft wird für Nicola Spirig ein Wechsel auf die Triathlon-Langdistanz kein Thema sein. Die Ironman-WM auf Hawaii ist für sie damit kein Ziel. Aufgrund ihrer Verpflichtungen und Engagements (u.a. Kids-Cup, eigene Stiftung, Sponsoren etc.) kann und will Spirig nicht noch mehr Zeit ins Training investieren. Dies wäre auf der Ironman-Distanz insbesondere im Radfahren erforderlich. «Das würde auch die gemeinsame Zeit mit der Familie einschränken», betont Spirig. Mit geringerem Aufwand würde die einzige zweifache Olympia-Medaillengewinnern der Geschichte im Frauen-Triathlon ihren persönlichen Ambitionen auf der Langdistanz kaum gerecht. Denn alles andere als ein Top-Abschneiden an der Ironman-WM auf Hawaii wäre für Spirig keine Zielsetzung. «Ich verfüge über Langdistanz-Erfahrung und gewann auch schon den Ironman Cozumel 2014.

SDA/sda

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