Flughafen

Nachtschichten wegen Stau bei Gepäckabfertigung

Im Gepäckbereich des Flughafens gibt es derzeit immer wieder Probleme. Mehrere Faktoren erschweren den rechtzeitigen Gepäckverlad. In den letzten Tagen sind hunderte Koffer liegengeblieben.

Die Gepäcksortieranlage am Flughafen in Kloten, hier an einem ruhigeren Tag, läuft derzeit am Limit.

Die Gepäcksortieranlage am Flughafen in Kloten, hier an einem ruhigeren Tag, läuft derzeit am Limit. Bild: Sibylle Meier

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In den letzten Tagen konnten am Flughafen Zürich manche Gepäckstücke nicht rechtzeitig verladen worden. Auf gewissen Flügen seien es gleich eine ganze Reihe Koffer gewesen, die nicht mit ihren Besitzern am Reiseziel angekommen seien, meldete «20 Minuten» online am Donnerstagmorgen.

Dies führte zu erbosten Reaktionen und einer Vielzahl von Reklamationen bei der mit dem Gepäckverlad beauftragten Abfertigungsfirma Swissport wird berichtet. Dort spricht man von «einer Verknüpfung von unglücklichen Umständen». Die Mediensprecherin bestätigt, dass als Folge davon in den letzten Tagen mehrere hundert Koffer in Kloten liegengeblieben seien. «Am Donnerstagmorgen waren es noch 500 Gepäckstücke, die wir nachträglich verschicken mussten.» Bis am Mittag reduzierte sich diese Zahl auf weniger als 300.

«Alle Beteiligten am Flughafen tun ihr Bestes, damit die Koffer möglichst rasch nachgereicht werden können», versichert die Swissport-Sprecherin. In der Nacht vom 1. auf den 2. August hätten fünf Mitarbeiter eine Nachtschicht eingelegt, was normalerweise nicht nötig sei. «Zwischen Mitternacht und 4 Uhr morgens, wenn sowieso alles stillsteht, arbeitet normalerweise niemand in der Gepäckabfertigung.» Aber der derzeitige Ansturm am Zürcher Flughafen zur Hauptreisezeit und die Situation mit gleich mehreren Problemen, die zusammengekommen seien, habe dies nun angezeigt. Überhaupt würden auch tagsüber aktuell mindestens zwei zusätzliche Mitarbeiter eingesetzt. So laufe der Betrieb momentan auf dem Maximum des Möglichen.

Zwischen 40 000 und 50 000 Gepäckstücke pro Tag

Zuletzt kämpfte man am Flughafen mit Schwierigkeiten einer am Limit laufenden Gepäcksortieranlage, mit IT-Problemen im Abfertigungssystem der Lufthansa-Group und hinzu kamen noch etliche Flugannullationen wegen Gewittern. Dies habe das pünktliche Verladen aller Koffers auf jedem Flug verunmöglicht. «Wir verarbeiten momentan 40 000 bis 50 000 Gepäckstücke pro Tag», gibt man seitens Swiss­port in Kloten zu bedenken. Wenn gerade nicht Sommerferien und Grossansturm herrschen, dann seien es auch mal «nur» 15 000 Koffer pro Tag, die verladen werden müssten.

Inskünftig etwas Abhilfe schaffen, dürfte unter anderem die Erweiterung der Gepäcksortieranlage. Eine solche wird momentan von der Flughafen Zürich AG gebaut und den Abfertigungsunternehmen zur Verfügung gestellt. Nebst Dnata (12% Marktanteil) und AAS (5%) ist Swissport mit rund 83 Prozent Marktanteil die absolut grösste von drei Firmen vor Ort, welche für die einzelnen Airlines die Gepäckabfertigung vornehmen. Und auch das betroffene Abfertigungssystem der Lufthansa-Group ist die wichtigste Plattform, über welche die Abwicklung des weitaus grössten Teils der Flüge in Kloten geschieht. Über dasselbe System laufen Nebst allen Flüge von Lufthansa auch diejenigen der Swiss, von Edelweiss und weiteren Airlines dieses Verbundes wie etwa Austrian Airways.

Zielflughafen muss bei Gepäckproblemen Meldung machen

Generell gilt, dass bei einem Gepäckproblem immer der jeweilige Zielflughafen für die Aufklärung und eine Meldung zuständig ist. Deshalb wird empfohlen sich umgehend ans nächste Fundbüro vor Ort zu wenden und nicht der Handlingfirma anzurufen. «Wir haben so viele Anrufe erhalten, dass unsere Leitungen ständig besetzt waren», heisst es bei Swissport. Dabei würde dies nicht zu einer schnelleren Beförderung des liegengebliebenen Gepäcks verhelfen.

An den Flughäfen sind die Systeme der Fundbüros (Lost+Found) so organisiert und international zusammengeschlossen, dass eine Meldung automatisch zum richtigen Ort komme. Dies habe sich bewährt und die Handlingfirmen würden im Hintergrund alles dafür geben, dass die Koffer möglichst schnell ans gewünschte Ziel nachgeschickt werden.

Wenn es um Entschädigungsansprüche geht, wendet man sich hingegen an die jeweilige Fluggesellschaft sowie an seine Reiseversicherung. In deren allgemeinen Geschäfts- und Transportbedingungen sind Gutschriften für Unkosten, Ersatzkleider und dergleichen geregelt.

Erstellt: 02.08.2018, 15:30 Uhr

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