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Tech-UnternehmenNetflix unter Druck – Snapchat in der Krise gefragt

Der Kundenandrang hat nach dem coronabedingten Abo-Boom bei Netflix stark nachgelassen. Die Aktien von Snap steigen hingegen um 18 Prozent.

Netflix bekommt derzeit die Konkurrenz anderer Streaming-Dienste zu spüren und enttäuscht bei der Zahl der akquirierten Neukunden. (Archivbild)
Netflix bekommt derzeit die Konkurrenz anderer Streaming-Dienste zu spüren und enttäuscht bei der Zahl der akquirierten Neukunden. (Archivbild)
Keystone/Jenny Kane
Das Wachstum bei der Foto-App Snapchat im vergangenen Quartal hat die Börsianer begeistert. (Archivbild)
Das Wachstum bei der Foto-App Snapchat im vergangenen Quartal hat die Börsianer begeistert. (Archivbild)
Keystone/Sascha Steinbach
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Nach dem coronavirusbedingten Abo-Boom im ersten Halbjahr hat der Kundenandrang beim Online-Videodienst Netflix im dritten Quartal stark nachgelassen. In den drei Monaten bis Ende September kamen unterm Strich lediglich 2,2 Millionen Bezahlabos dazu.

Dies teilte der Streaming-Marktführer am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Damit verfehlte Netflix seine eigene Prognose und blieb weit unter den Erwartungen der Analysten. Sie hatten laut Refinitiv-Daten im Schnitt mit 3,4 Millionen neuen Kunden gerechnet.

Anleger liessen die Aktien von Netflix nachbörslich in einer ersten Reaktion gleich um rund sechs Prozent fallen. Im Verlauf des Jahres hatten sie aber bereits rund 62 Prozent zugelegt.

Härtere Konkurrenz

Hatten Serienhits wie «Tiger King» in Kombination mit der erhöhten Streaming-Nachfrage aufgrund der Coronavirus-Pandemie in den Vorquartalen noch für einen grossen Ansturm gesorgt, flaute das Nutzerwachstum nun kräftig ab. Auch gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als 6,8 Millionen Kunden hinzu gekommen waren, sah es deutlich bescheidener aus. Das Interesse an Netflix hatte in der Coronavirus-Pandemie zunächst kräftig zugenommen.

Das Unternehmen selbst führte die nun enttäuschenden Zahlen deshalb auch darauf zurück, dass es im Vorquartal schon ein Plus von mehr als zehn Millionen Kunden gegeben habe. Doch auch Hollywood-Studios wie Disney und WarnerMedia buhlen zunehmend um Videodienstkunden. Auch bei Sportprogrammen treten immer mehr Konkurrenten gegen Netflix an.

Der Gewinn von Netflix legte im Jahresvergleich zwar von 665 Millionen auf 790 Millionen Dollar zu; er blieb aber ebenfalls unter den Erwartungen. Der Umsatz stieg derweil um rund 23 Prozent auf 6,4 Milliarden Dollar.

Snapchat legt zu

Der Betreiber des Messengerdienstes Snapchat, Snap, hat für das dritte Quartal einen höheren Umsatz und ein grösseres Kundenwachstum gemeldet, als dies von Experten vorhergesagt worden war. Der Umsatz stieg um 52 Prozent auf 679 Millionen Dollar.

Die Zahl der täglichen aktiven Nutzer legte zudem um 18 Prozent auf 249 Millionen zu. Dies teilte der Konzern am Dienstag nach US-Börsenschluss mit. Hauptursache seien die Entwicklungen aufgrund der Coronavirus-Pandemie, wo die Snap-Dienstleistungen verstärkt Anklang bei der Kundschaft gefunden hätten.

Der Nettoverlust verringerte sich im den drei Monaten per 30. September auf 199,80 Millionen Dollar von 227,37 Millionen Dollar im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Für das vierte Quartal rechnet Snap mit 257 Millionen täglich aktiven Nutzern. Die Snap-Aktien legten umgehend nach Bekanntwerden der Informationen nachbörslich um 18 Prozent zu.

Snapchat war ursprünglich vor allem mit von allein verschwindenden Bildern bekanntgeworden, versucht inzwischen aber auch verstärkt, sich als Plattform für Medieninhalte zu etablieren.

SDA/chk

4 Kommentare
    Ralf Schrader

    Netflix & Co. ist mit Klimaschutz nicht verträglich, muss also vollständig weg. Filme kann man auch ohne Stromverbrauch archivieren und vorführen. Allerdings gilt für Filme wie für alle Kunst, 1% vom Ist reicht, ist wahrscheinlich immer noch zu viel.