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«… dass mer käi Schäiss macht»

Was macht eigentlich die Offene Jugendarbeit Winterthur? Zum Beispiel Kurzfilme mit den Jugendlichen über das, was die Offene Jugendarbeit so macht. Prädikat: sehenswert, weil real.

Die Rede ist hier von 14 Kurzfilmen, die alle auf einer DVD zusammengefasst sind oder im Internet angeklickt werden können. Schnelle, lustige, lebensnahe Filmchen, die anzusehen sich lohnt. Doch bevor wir uns diesen Genuss zu Gemüte führen, sind ein paar einleitende Erklärungen zu erdulden. Die Offene Jugendarbeit ist so was wie der Dachverband aller Trägerschaften, aller Teams und Geldgeber, die sich um Jugendliche und Kinder kümmern, die sonst vielleicht verkümmern würden. Geld geben in Winterthur vor allem die Landeskirchen, die Stadt, die Hülfsgesellschaft und die Adele-Koller-Knüsli-Stiftung. Doch das braucht die Jugendlichen nicht zu interessieren, denn alle Angebote der Offenen Jugendarbeit sind gratis. Und niederschwellig, was heisst: In einen der Treffs oder in eine der Turnhallen sollen alle möglichst ohne jede Hürde gelangen. In jedem Stadtkreis gibt es einen Jugendtreff, in Seen sogar zwei und in der Stadt das Jugendhaus. In Töss gibts zudem Midnight Basketball und Open Sunday in Turnhallen, ähnlich in Sennhof. Und nicht zuletzt wetzen auch mobile Jugendarbeiter durch die Quartiere Winterthurs, seit zehn Jahren gibts die Mojawi. Die Teams und Trägerschaften all dieser Angebote sind ganz unterschiedlich organisiert und finanziert. Dies sei günstig, wirkungsvoll und landesweit einmalig, sagte Stadtrat Nicolas Galladé (SP) gestern im Jugendhaus. Mehr dazu später, jetzt: Film ab. Heimat und Stolz: Tolle Gefühle Der Film ist schnell geschnitten, zeigt zuerst junge Erwachsene und Mitglieder des Leitungsteams. Ein Gast erklärt «die drü goldige Wert vom Jugendhus: Respäkt, Toleranz, Verantwortig». Zwischenruf aus dem Off: «… dass mer käi Schäiss macht.» Und Klappe. Der Film führt durch die Hip-Hop-Tanzstunde, am Kiosk vorbei und an Siro, der gerade eine Mauer neu streicht, zum sogenannten Rap-Stübli: Kabine+Kasten = Mini-Tonstudio. Wer Reime rappen will, tut das in der Kabine. «S Jugendhuus isch das Jugendhuus vo dene Jugendliche, wo vo dere schlimme Strass chömed», erklärt einer und klatscht sich ständig auf die Schenkel dabei. Und eine junge Frau sagt, sie werde dereinst ihren Kindern vom Jugendhaus erzählen. Heimat irgendwie. Jugendtreff um Jugendtreff reihen sich filmisch aneinander. Die einen eher traditionell, die anderen etwas verrucht. Fast nirgends fehlen Billardtisch, Töggelikasten und ein altes Ledersofa, fast überall hats farbig versprühte Wände, die Jugendlichen und an manchen Orten Kinder sagen «unsere Küche», «unser Mädchenzimmer», «unser Jugendarbeiter». Stolz klingt an. 14 Kapitel hat die DVD, jedes erzählt mehrere Geschichten. Keine grossen, abgerundeten, sondern kleine, feine, die noch wachsen möchten. Das Filmen teilten sich Jugendliche, Jugendarbeiter und Halbprofis mit Knowhow. Eigentlich ist die ganze DVD der diesjährige Jahresbericht der Offenen Jugendarbeit. War­um immer Broschüren produzieren, die meist ungelesen im Altpapier landen, sagte sich die neue städtische Jugendbeauftragte Mireille Stauffer, die seit einem Jahr im Amt ist. Und alle Beteiligten waren begeistert. Der Verein Tatenträger, der Jugendliche zu grafischen und bildnerischem Tun anregen will, half gerne mit.

DVD bestellen oder Filme online anschauen

Die DVD mit den 14 Filmen kann bestellt werden bei renata.passauer@win.ch. Unter www.jugendinfo-winterthur.ch erscheint eine Karte Winterthurs mit allen Angeboten. Klickt man eines an, beginnt automatisch der entsprechende Kurzilm.

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