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Dicke Luft zwischen Swiss und Etihad

Die Swiss beendet die Zusammenarbeit mit der Fluggesellschaft Etihad Regional und bietet die Strecke Zürich–Lugano neu in Eigenregie an. Der Hintergrund ist die europaweite Offensive der Airline Etihad, die ihren Sitz in Abu Dhabi hat.

Während neun Jahren pflegte die Swiss eine Kooperation mit der Darwin Airline (neu Etihad Regional) auf der Strecke zwischen Zürich und Lugano. Doch seit die Fluggesellschaft Etihad Ende letzten Jahres bei Darwin als Kapitalgeber eingestiegen ist und die Airline umbenannt hat, ist für die Lufthansa-Tochter Swiss eine neue Ausgangslage entstanden. Sie verlängert den Vertrag mit der Etihad Regional nicht; er läuft Ende Oktober aus. «Die Swiss muss die Strecke zwischen dem Tessin und Zürich selbst bedienen. Wir verstehen die Linie als nationale Brücke zwischen der italienischen und der deutschen Schweiz», sagte der Swiss-Chef Harry Hohmeister am gestrigen Mediengespräch in Zürich. Ab November bedient die Swiss die Strecke von Zürich nach Lugano-Agno neu in Zusammenarbeit mit der Austrian Airlines. Eine Turbo-Prop-Maschine des Typs Dash 8-Q400 mit 76 Sitzen bringt Passagiere viermal täglich von Zürich in die italienische Schweiz. Die Kapazitäten steigen um bis zu 50 Prozent.

Eine harte Konkurrenz

Die Swiss-Rivalin Etihad verliert damit einen der Zubringer, mit welchen sie ihre Langstreckenjets zwischen Zürich und Abu Dhabi füllt. Wie andere europäische Airlines steht die Swiss in einem harten Konkurrenzkampf mit einigen arabischen Fluggesellschaften. Die Swiss selbst nimmt den offensiven Mitbewerber ernst. Swiss-Chef Harry Hohmeister forderte gestern ein Eingreifen der Politik, um die Konkurrenz aus dem Golf zu bändigen. «Wir erwarten weder Steuererleichterungen noch Subventionen. Aber wir wollen faire Bedingungen», sagte er. Er sei regelmässig in Kontakt mit den Regierungen in Bern, Berlin und Brüssel und suche nach Lösungen. Hohmeister wirft der Konkurrenz aus dem Golf vor, dank den Ölmilliarden der Emire Zugang zu günstigem Kapital zu haben. Die Golfstaaten unterstützten ihre Airlines zudem massiv mit günstigem Kerosin und tiefen Gebühren. Weiter kennen sie keine nächtlichen Ruhezeiten, was einen ökonomischeren Einsatz der Flugzeuge ermögliche. Darüber hinaus müssten sie Angestellten weder Pensionskassenbeiträge noch Sozialabgaben bezahlen. «Wenn wir die über 8000 Arbeitsplätze der Swiss langfristig in der Schweiz behalten wollen, müssen die Bedingungen fair sein», sagte Hohmeister. Was er konkret forderte, wollte er nicht verraten. «Die Verhandlungen laufen», sagte er einzig.

Etihad wehrt sich

Der Etihad-Chef James Hogan hat die Subventionsvorwürfe gestern zurückgewiesen. Er sagte, er erhalte keine finanziellen Sonderhilfen von der Herrscherfamilie des Emirats Abu Dhabi. Ein Bericht der australischen Tageszeitung «Sydney Morning Post» erwecke den Eindruck, dass Etihad subventioniert werde: Das stimme nicht, sagte Hogan der Tageszeitung «Die Welt». Die Fluggesellschaft mit 13500 Mitarbeitern habe Startkapital vom Etihad-Aktionär, der Regierung Abu Dhabis, erhalten. Er sehe darin «kein Problem», erklärte Hogan. Die Finanzierung werde zurückerstattet. Bereits vorige Woche hatte Hogan bei einem Anlass in Zürich gesagt, Etihad werde wie ein normales Unternehmen betrieben. «Wir sind eine nationale Fluggesellschaft der Vereinigten Arabischen Emirate, wie es die Swiss für die Schweiz ist», sagte er. Die Swiss sieht aber wie ihre Muttergesellschaft Lufthansa und andere Traditionsfluglinien die Marktexpansion der Araber kritisch. Die Lufthansa fordert etwa von der EU-Kommission, dass sie für gleich lange Spiesse unter den Fluggesellschaften sorge. Der europäische Markt werde «von den Golfstaaten mit nie da gewesenen Überkapazitäten geflutet», sagte ein Lufthansa-Sprecher am Mittwoch.

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