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Lohnanstieg wird leicht eingeschränkt

Die meisten Bundesangestellten erhalten nebst der offiziellen Lohnrunde jedes Jahr eine zusätzliche Lohnerhöhung, bis sie den Maximallohn erreichen. Diesen Automatismus wurde nun ein wenig eingeschränkt.

Für die grosse Mehrheit der rund 33000 Bundesangestellten besteht kein Grund zur Sorge: Fast 95 Prozent von ihnen arbeiten so fleissig, dass sie von ihren Chefs bei der Personalbeurteilung jeweils in die zweithöchste oder höchste von vier Stufen eingeteilt werden (siehe Tabelle). Damit haben sie Anrecht auf eine garantierte Lohnerhöhung von 2,5 bis 5 Prozent pro Jahr, solange sie das Maximum ihrer Lohnklasse noch nicht erreicht haben. Diese Gehaltsaufbesserungen kommen zusätzlich zu den generellen Lohnmassnahmen für alle hinzu, die der Bundesrat jeweils im Herbst offiziell kommuniziert. Diese bewegten sich in den letzten fünf Jahren zwischen 0,5 und 1,2 Prozent. Die zusätzlichen Lohnerhöhungen werden primär über «Rotationsgewinne» finanziert, die sich einstellen, wenn ältere Angestellte pensioniert und durch «billige» jüngere ersetzt werden.

Nur gut 5 Prozent betroffen

Neu ist, dass sich ein kleiner Teil der Angestellten ab 2015 vielleicht mit den generellen Lohnrunden zufriedengeben muss. Der Bundesrat hat gestern Änderungen am System der vier Stufen beschlossen (siehe Tabelle). Zum einen erhalten die Stufen neue Namen. Zum anderen wird der Lohnautomatismus für die zweitschlechteste Stufe, die neu «genügend» heisst, eingeschränkt. Bisher erhielten Angestellte, welche die zweittiefste Stufe erreichten, einen garantierten zusätzlichen Lohnzuschlag von 1 bis 2 Prozent. Das ändert sich nun: Wer «genügende» Leistungen erbringt, bekommt neben den generellen Massnahmen höchstens noch 1 Prozent – allenfalls aber auch nichts. Die Bandbreite reiche von 0 bis 1 Prozent, hält der Bundesrat fest. Damit gibt er den Vorgesetzten die Möglichkeit, «genügende» Untergebene leer ausgehen zu lassen – abgesehen von den generellen Lohnerhöhungen. Für die Betroffenen mögen die Folgen spürbar sein. Für den Bundeshaushalt hingegen kaum, wie das Personalamt auf Nachfrage bestätigt. Das liegt primär daran, dass sehr wenige Angestellte in die zweittiefste Stufe eingeteilt werden. Kritische Geister werden nun argwöhnen, dass die Note «genügend» in Zukunft noch seltener wird. Die Chefs könnten zurückhaltender werden, da sie die Lohnentwicklung ihrer Untergebenen nur ungern einschränken. Dazu hält das Personalamt fest, man gehe davon aus, dass «die Verteilung der Beurteilungsstufen in der Gesamtsicht ungefähr gleich bleiben wird». Allerdings sind die Einteilungen in die zweitunterste Kategorie ohnehin seit Jahren auf tiefem Niveau rückläufig. Der Bundesrat hat noch eine zweite Änderung beschlossen: «Genügende» erhalten explizit keine Leistungsprämien mehr. Jeder dritte Angestellte erhält nebst dem Gehalt eine solche einmalige Prämie. Bürgerliche im Parlament üben Kritik am System, da aus ihrer Sicht zu viele Angestellte automatisch in den Genuss von Erhöhungen kommen. Sie stört auch, dass die Rotationsgewinne so selbstverständlich für Lohnerhöhungen eingesetzt werden statt – wie in manchem Kanton – für Sparmassnahmen.

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