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vier Köpfe der neuen Regierung Letta

Angelino Alfano, Vizepremier und Innenminister (PdL): Der 42-jährige Sizilianer ist der politische Ziehsohn Berlusconis. Als Justizminister hat er seinem von der Justiz bedrängten Herrn diverse Gesetze auf den Leib geschneidert, unter anderem ein Immunitätsgesetz, das seinen Namen trägt («Legge Alfano»). Seit 2011 ist er Sekretär des PdL; er sollte zunächst als Spitzenkandidat bei den Wahlen antreten, aber dann hat es sich Berlusconi anders überlegt. Nach all den erlittenen Demütigungen soll er sich innerlich von Berlusconi ein wenig distanziert und emanzipiert haben.

Nunzia De Girolamo, Landwirtschaftsministerin (PdL): Die 37-jährige Juristin aus Süditalien ist die jüngste Ministerin der neuen Regierung. Mit ihrem gewinnenden Äusseren passt sie zwar in das Beuteschema ihres Parteichefs und Förderers Berlusconi, aber die Neoministerin ist glücklich mit Francesco Boccia verheiratet, einem engen Vertrauten des neuen (linken) Premiers Enrico Letta. Mit der abfälligen Bemerkung, im Veneto seien eben alle Bauern, hat sie es unlängst fertiggebracht, sowohl die Region als auch den Bauernstand gegen sich aufzubringen. Als Landwirtschaftsministerin wird sie Gelegenheit haben, zumindest die Bauern wieder zu versöhnen.

Emma Bonino, Aussenministerin (Radikale): Die 65-jährige Absolventin der Mailänder Elite-Universität Bocconi hatte in den Siebzigerjahren an vorderster Front für das Recht auf Abtreibung gekämpft. Seither ist sie eine Ikone der Bürgerrechtsbewegung und ein rotes Tuch für die katholische Kirche. Auf Vorschlag von Berlusconi wurde sie 1995 EU-Kommissarin für Verbraucherschutz und Fischerei; in der zweiten Regierung Prodi (2006 bis 2008) war sie Europaministerin. Bei der missglückten Wahl eines Nachfolgers für Giorgio Napolitano galt sie als eine der Favoritinnen.

Josefa Idem, Ministerin für Sport und Gleichberechtigung (PD): Die 48-jährige gebürtige Deutsche hat einst im Kanu bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen sechs Gold-, elf Silber- und neun Bronzemedaillen gewonnen – die ersten für Deutschland, die meisten aber für Italien, nachdem sie 1992 ihren italienischen Trainer geheiratet hatte. In ihrer neuen Heimat engagierte sie sich bald bei der Hilfsorganisation Emergency und in der Politik. 2001 bis 2007 war sie Mitglied der Stadtregierung von Ravenna und zuständig für Sport; seit 2009 betreute sie das Thema auf regionaler Ebene. Nun wird aus der Spitzensportlerin eine Spitzenpolitikerin. (dsr)

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