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16 Jahre für Francesco Schettino

Der Kapitän des Kreuzfahrtschiffs Costa Concordia wurde wegen fahrlässiger Tötung zu 16 Jahren Gefängnis verurteilt.

Bei der Havarie seines Schiffes vor der Insel Giglio starben vor drei Jahren 32 Menschen. Jetzt hat ein Gericht in Grosseto den Kapitän der Costa Cordalis verurteilt. Francesco Schettino muss für 16 Jahre hinter Gitter. Er wurde neben der Haftstrafe auch zu einem fünfjährigen Berufsverbot verurteilt. Der Kapitän der Costa Concordia wird ausserdem lebenslang von allen öffentlichen Ämtern ausgeschlossen. Zudem wurde er zur Zahlung von Entschädigungen an mehrere Nebenkläger verurteilt. Zu ihnen zählen überlebende Passagiere, Familienangehörige der Todesopfer, die Region Toskana, das italienische Umweltministerium und die Insel Giglio. Eine Entschädigung in Höhe von 30000 Euro erhielt auch die Ex-Geliebte des Kapitäns, die Moldauerin Domnica Tschemortan. Diese hatte erklärt, einen doppelten Schaden erlitten zu haben: Als Passagierin und wegen des «Medienangriffes» aufgrund ihrer Beziehung zum Kapitän. Sie hatte deswegen eine Entschädigung von 200000 Euro verlangt. Die Tänzerin hatte sich zum Zeitpunkt des Unglücks auf der Kommandobrücke des Schiffes aufgehalten.

Schettino nicht anwesend

Die Staatsanwaltschaft hatte 26 Jahre Haft gefordert, und die Verteidigung verlangte einen Freispruch. Schettino selbst war bei dem Urteilsspruch in der toskanischen Stadt nicht anwesend, obwohl er das zuvor angekündigt hatte. Er habe Fieber, erklärten seine Anwälte. Vor der Verurteilung hatte sich Schettino unter Tränen verteidigt. «Mein Kopf wurde dafür geopfert, wirtschaftliche Interessen zu schützen», beklagte er im Schlusswort. Er sei in den Medien falsch dargestellt worden. «An diesem 13.Januar 2012 bin auch ich zum Teil gestorben», sagte er. «Es ist schwierig, das ein Leben zu nennen, was ich lebe.» Anschliessend versagte seine Stimme, unter Schluchzen brachte er sein Statement ab. Das Kreuzfahrtschiff war am 13.Januar 2012 mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der Insel Giglio auf einen Felsen gefahren und gekentert. Schettino war der einzige Angeklagte im Mammutprozess. Er stand seit eineinhalb Jahren vor Gericht. Es wird erwartet, dass er Berufung einlegt.

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