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165 Gramm Fleisch pro Tag

Der Fleischfach­verband hat die Zahlen 2012 präsentiert. Es zeigt sich: Der Einkaufstourismus stört die Metzger. Aber Sorgen bereitet vor allem das Wetter im Sommer.

Statistisch gesehen, hat jeder Einwohner und jede Einwohnerin der Schweiz im Jahr 2012 rund 60 Kilogramm Fleisch gegessen. Weil dabei auch Kleinkinder und Vegetarier erfasst sind, wird der Pro-Kopf-Anteil der Fleischkonsumenten höher liegen. Rolf Büttiker, Präsident des Schweizer Fleischfachverbandes (SFF) und ehemaliger FDP-Ständerat, stellte die Zahlen des vergangenen Jahres vor. Knapp 500'000 Tonnen Fleisch im Wert von rund zehn Milliarden Franken wurden in der Schweiz verzehrt – 2,3 Prozent weniger als im Jahr davor. 191'000 Tonnen Schweinefleisch wurden konsumiert. Damit ist Schweinefleisch der Spitzenreiter, vor Rind- und Kalbfleisch mit 115'000 Tonnen. Von beidem wurde weniger produziert: 2,5 Prozent weniger Schwein, 1 Prozent weniger Rind. Weiterhin nimmt der Konsum von Pouletfleisch zu. 2012 haben die Verbraucher in der Schweiz 48 000 Tonnen davon gekauft und damit für einen Zuwachs von 4,4 Prozent gesorgt. 81 Prozent Schweizer Fleisch Schweizer essen Schweizer Fleisch, das ist die Regel. 81 Prozent des konsumierten Fleisches stammen aus heimischer Produktion. Ausgerechnet das beliebte Poulet ist die Ausnahme der Regel: In der Schweiz wird zu wenig Hühnerfleisch produziert, um die Nachfrage zu decken. Die Hälfte der konsumierten Menge stammt aus dem Import. Rolf Büttiker sagt mit einem Blick auf die Zahlen: «Es ist das erste Mal seit über zehn Jahren, dass weniger Fleisch gegessen wurde als im vorangegangenen Jahr.» 2011 wies die Schweiz einen Pro-Kopf-Konsum von Fleisch von rund 62,5 Kilogramm aus. Büttiker sagt: «Das ist so, das müssen wir zugeben.» Immerhin liege der Konsum immer noch höher als im Jahr 2000. Dort registrierte der SFF 59,6 Kilogramm pro Jahr und Person. Das liegt nebenbei immer noch über der Empfehlung des Weltkrebsforschungsfonds für eine gesunde Ernährung. Dieser zieht die Grenze bei 80 Gramm Fleisch pro Tag. Bei täglichem Fleischkonsum ergibt das 29 Kilogramm im Jahr. Die Schweizer Krebsliga war gestern für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Der Schweizer Fleischbranche geht es gut. Die 2,3 Prozent Rückgang beim Fleischkonsum führt Büttiker vor allem dar­auf zurück, dass man derzeit weniger im Restaurant isst. 2012 sei der sogenannte Ausserhauskonsum um 5 Prozent zurückgegangen. Der SFF hadert dagegen mit dem Einkaufstourismus. Man hat hochgerechnet, dass Schweizer Konsumenten für 1,3 Milliarden Franken Fleisch jenseits der Grenzen gekauft haben. Grillwetter ist das Wichtigste Rolf Büttiker sagt: «Mehr als jeden zehnten Franken für Fleisch gibt man im Ausland aus, das schmerzt mich. Und wenn ich in der Nacht erwache, denke ich daran.» In diesen 1,3 Milliarden Franken sieht der SFF ein Wachstumspotenzial für den Umsatz auf dem heimischen Markt. Schneller als der Einkaufstourismus macht sich aber das Wetter in den Kassen der Metzger bemerkbar. Bleibt es lange feucht und kalt, bleibt auch der Umsatz mit Grillfleisch aus. 2012 war es so, dieses Jahr ist es bisher das gleiche Bild. Doch der SFF bleibt noch gelassen. 2012 konnte schönes Wetter im Spätsommer und starke Nachfrage zur Weihnachtszeit die Bilanz retten. «Das Weihnachts- und Neujahrsgeschäft ist matchentscheidend», sagt Büttiker. Die Sorgen, die den SFF aktuell drücken, betreffen Etiketten, Formulare und unverbindliche Qualitätsleitsätze.

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