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1662 von Hausen nach Ossingen entführt

Der Glockenraub von Hausen ist schon mehr als 350 Jahre her. Eine Ansprache des inzwischen verstorbenen Lokalhistorikers Willi Keller an der Bundesfeier 2007 brachte die fast vergessene Geschichte wieder ins Bewusstsein der Bewohner des Weilers, der zu Ossingen gehört, zurück. Das Komitee Silberglocke nahm in der Folge die Arbeit auf. Die Umstände des Vorfalls im September 1662 wurden nie genau geklärt. Fest steht, dass damals die neue Kirche in Ossingen geweiht wurde. Die Ossinger hätten gerne die grössere der beiden Glocken aus dem Kirchlein in Hausen in die neue Kirche gehängt. Weil eine einvernehmliche Lösung nicht möglich war, holten einige Ossinger Heisssporne die rund 300 Kilogramm schwere Silberglocke eigenhändig und ohne Bewilligung der Obrigkeit vom Hausemer Glockenstuhl herunter und zogen sie in der neuen Kirche auf. Die Proteste der Hausemer fruchteten nicht, und auch der eingeschaltete Landvogt konnte die Ossinger nicht dazu bewegen, die Silberglocke zurück zu geben. Ihren Namen hat die Glocke nicht etwa, weil sie aus Silber wäre – sie besteht aus einer Bronzelegierung mit hohem Zinnanteil – sondern wegen ihres hellen Klangs.

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