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21 Zuschauer der Fussball-WM getötet

Während einer öffentlichen TV-Übertragung der WM gab es in der nordnigerianischen Stadt Damaturu eine Explosion. Hinter dem Anschlag wird Boko Haram vermutet.

Der Sprengsatz detonierte Augenzeugen zufolge am Dienstagabend etwa 15 Minuten nach Beginn des WM-Fussballspiels Brasilien gegen Mexiko in der Stadt Damaturu. Die Bombe war in einer Motorrad-Rikscha versteckt. Die Behörden vermuten hinter dem Anschlag die Extremistengruppe Boko Haram, die im unruhigen Norden Nigerias bereits mehrfach Fussballzuschauer angegriffen hatte. Bei den 21 Toten und 27 Verletzten handelt es sich nach Angaben eines Spitalmitarbeiters um junge Männer und Kinder.

Fussball als List des Westens

Damaturu ist die Hauptstadt des Bundesstaats Yobe, in dem seit Mai 2013 wegen der Gewalttaten von Boko Haram der Ausnahmezustand gilt. In den Tagen zuvor waren in der Region bereits mehrere Attentate auf Fussballfans verübt worden, die sich Spiele der WM anschauten. Boko-Haram-Anführer Abubakar Shekau verurteilt Fussball regelmässig als eine List des Westens, mit der Muslime von der Ausübung ihrer Religion abgehalten werden sollen. Fussball ist auch in Nigeria Nationalsport. Die WM lockt die Fans normalerweise in Scharen auf die Strassen, aus Furcht schauen viele von ihnen die WM-Spiele inzwischen aber lieber zu Hause an. In einigen Regionen sind die öffentlichen TV-Übertragungen wegen der Bedrohung durch die Extremistengruppe inzwischen verboten. Boko Haram kämpft im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamistischen Staat. Bei zahlreichen Anschlägen auf Polizei, Armee und Behörden, aber auch auf Kirchen und Schulen wurden seit 2009 Tausende Menschen getötet. Für internationale Empörung sorgte zuletzt vor allem die Entführung von fast 300 Schülerinnen durch die Islamisten. Mehr als 200 Mädchen werden noch immer vermisst. Der UNO-Sicherheitsrat stuft Boko Haram seit kurzem als Terrororganisation ein und führt die Extremisten wegen ihrer Verbindungen zu al-Qaida auf der Sanktionsliste gegen das Terrornetzwerk.

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