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50 Jahre Haft für den Warlord aus Liberia

Er gilt als einer der skrupellosesten Warlords Afrikas. Tausenden Jungen und Mädchen machte Charles Taylors Miliz das Leben zur Hölle. Heute hat ein Sondertribunal das Urteil von 50 Jahren Gefängnis bestätigt.

In die Bürgerkriege in Liberia und Sierra Leone, in deren Verlauf zwischen 1989 und 2003 insgesamt 400'000 Menschen getötet wurden, war er als Rebellenchef und liberianischer Präsident verstrickt. Dafür muss Taylor nun vermutlich für den Rest seines Lebens büssen: Eine Berufungskammer des Sondertribunals für Sierra Leone bestätigte am Donnerstag die 50-jährige Haftstrafe für den 65-Jährigen. Im April 2012 hatte das Sondertribunal in Den Haag den historischen Schuldspruch verkündet, im darauffolgenden Monat folgte das Strafmass von 50 Jahren Haft. Taylors Anwälte fochten das Urteil ebenso wie die Anklage an. Lange Liste von Grausamkeiten Taylor, der sich immer wieder mit Jesus vergleicht, war eine lange Liste von Grausamkeiten zur Last gelegt worden: Mord, Vergewaltigung, Rekrutierungen von Kindersoldaten, Versklavung und Plünderung. Von "Habgier und Machthunger" getrieben, habe Taylor den Bürgerkrieg in Sierra Leone (1991-2002) angestachelt, hatte das Tribunal geurteilt. Im Prozess hatte der Richter daran erinnert, dass Taylors Miliz Menschen enthauptete und deren Köpfe an Kontrollpunkten zur Schau stellte. Auch habe es öffentliche Vergewaltigungen von Frauen und Mädchen gegeben. Taylor habe Milizen bewaffnet, um sich im Gegenzug sogenannte Blutdiamanten zu beschaffen. Taylor hatte die Vorwürfe immer wieder als "Lug und Trug" bezeichnet. Er hatte erklärt, er habe "alles für den Frieden" in Sierra Leone getan. "Jesus Christus wurde in seiner Zeit vorgeworfen, ein Mörder zu sein", sagte Taylor einmal der BBC. Der Schuldspruch gegen Taylor im April 2012 war der erste eines internationalen Gerichts gegen einen ehemaligen Staatschef seit dem Zweiten Weltkrieg. Der Prozess war nur möglich, weil der 1997 regulär zum Präsidenten gewählte Taylor sechs Jahre später von Rebellen aus dem Amt gedrängt wurde und in Nigeria ins - luxuriöse - Exil ging. Lange lehnte Nigeria Auslieferungsanträge ab, erst 2006 lenkte es ein. Studium in den USA Charles Ghankay Dahkpannah Taylor wurde 1948 als Sohn afroamerikanischer Eltern in Monrovia geboren. Seine Familie gehört der ethnischen Gruppe der Gio an, die Liberia von 1822 bis 1980 anführte. Taylor wuchs in einem Vorort der liberianischen Hauptstadt auf, später studierte er im US-Bundesstaat Massachusetts Wirtschaft. Als er 1979 in Liberia in den Staatsdienst eintrat, bekam er schnell den Spitznamen "Superglue" (Sekundenkleber) - wegen seines besonderen Talents, öffentliche Gelder zu veruntreuen. 1983 floh er vor einer Anklage wegen Veruntreuung in die USA, wo er inhaftiert wurde. Taylor entkam jedoch und floh zunächst in die Elfenbeinküste, später nach Libyen. Sechs Jahre später, im Dezember 1989, trat er als Rebellenführer wieder in Erscheinung. Gewählter Landesvater Schon zu Beginn des Bürgerkriegs in Liberia 1989 wurde deutlich, welcher Charakter hinter Taylors Weltmann-Fassade steckte: Mit seinem Stabschef Prince Johnson ging er daran, den langjährigen Machthaber Samuel Doe zu entmachten. Als die Häscher den Staatschef im Hafen von Monrovia umzingelten, wurde Doe öffentlich zu Tode gequält. Dieser hatte den Fehler begangen, Taylor der Veruntreuung zu beschuldigen. Nach der Machtübernahme in Monrovia trat Taylor 1989 einen der fürchterlichsten Bürgerkriege des Kontinents los: Aus Kindern machte die National Patriotic Front of Liberia (NPFL) Soldaten und damit Täter und Opfer zugleich, liess sie mit Drogen vollpumpen und schickte sie ins Gefecht. Die NPFL zog mordend und vergewaltigend durch das Land. Dennoch wählten viele Liberianer Taylor 1997 zum Präsidenten. Mit Tropenanzug und Kommandostab präsentierte er sich fortan als Landesvater. Dass Taylor nun noch einmal in sein Land zurückkehrt, ist so gut wie ausgeschlossen. Die Haftstrafe soll er voraussichtlich in einem britischen Gefängnis verbüssen.

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