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6 Millionen für den Film

Im Rahmen des Filmfestivals Locarno präsentierte Bundesrat Alain Berset erste Eckpfeiler der Kulturbotschaft 2016–2019. Der Schweizer Film soll jährlich 6 Millionen Franken mehr erhalten. Und in Europa wieder Fuss fassen.

Erst gehe es um die Definition von Kulturpolitik, sagt Bundesrat Alain Berset, dann sei die Finanzierung dran. Berset spricht am Filmfestival Locarno über die Kulturbotschaft 2016 bis 2019, die noch bis Mitte September 2014 in der Vernehmlassung ist. Er spricht über den gesellschaftlichen Zusammenhalt, über Kultur für alle. Aber natürlich geht es bald ums Geld. Genauer: um 6 Millionen Franken, die das Schweizer Filmschaffen zusätzlich pro Jahr erhalten soll. Zu diesem Zweck wurde – erstmals seit 15 Jahren – ein neues Förderprogramm namens «Film Standort Schweiz» (Fiss) entwickelt. Mehr hiesige Produktionen Filmchef Ivo Kummer möchte mit Fiss erreichen, dass grössere Schweizer Filme und Co-Produktionen vermehrt in der Schweiz gedreht werden. Aktuelles Beispiel: «Sils Maria» mit Juliette Binoche und Kristen Stewart (zu sehen am 15.August auf der Piazza Grande) ist auch im Engadin, aber zu grossen Teilen im Südtirol gedreht worden. Mit Fiss soll gelingen, dass die Umsätze solcher vom Bundesamt für Kultur (BAK) koproduzierter Filme im Inland verbleiben. Trockener Einstand Eine leise Enttäuschung in Locarno war der erste offizielle Auftritt von Isabelle Chassot. Die BAK-Chefin, seit 9 Monaten im Amt, präsentierte in erster Linie Zahlen und Statistiken zum Kulturverhalten der Schweizer Bevölkerung. Damit schaffte sie es, die zwiebackartigen Verlautbarungen ihres Vorgängers Jean-Frédéric Jauslin punkto Trockenheit noch zu unterbieten. Ein bisschen Emotion kam in Locarno aber doch noch auf. Der Grund: das europäische Media-Abkommen, das nach der Abstimmung über die Masseneinwanderungsinitiative sistiert werden musste. Berset bekräftigte die Wichtigkeit des Abkommens für den Schweizer Film. Gefragt, wann die Schweiz diesem Abkommen wieder beitrete, reagierte Berset leicht unwirsch: «Das Volk hat diese Initiative angenommen. Tags darauf war Media Geschichte.» Auf diese Konsequenzen habe der Bundesrat im Vorfeld der Abstimmung in aller Deutlichkeit hingewiesen. Die Filmbranche erhält in der Zwischenzeit als Übergangslösung Ersatzmassnahmen in Höhe von 5 Millionen Franken.

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