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7 Jahre Gefängnis für Messerstecher

Thun. Der Kosovare, der 2011 einen Schwinger und SVP-Grossratskandidaten lebensgefährlich verletzt hat, muss für sieben Jahre hinter Gitter. Ob der 32-jährige Messerstecher nun ausgeschafft wird, ist noch unklar.

Sieben Jahre Freiheitsentzug für den Messerstecher von Interlaken – so das Urteil, das das Regionalgericht Oberland gestern verkündet hat. Die Richter verurteilten den Kosovaren, der einen SVP-Grossratskandidaten nach einem Disput in einem Restaurant mit einem Messer attackiert hatte, wegen versuchter vorsätzlicher Tötung. Mit ihrem Urteil folgten sie der Forderung der Staatsanwaltschaft. Die Verteidigung hatte eine Freiheitsstrafe von drei Jahren gefordert, die Hälfte davon bedingt.

Das Opfer reagierte im Gespräch «erleichtert und sehr zufrieden» auf das Urteil, das er als gerecht empfinde. Wichtig sei aber auch, dass der Mann ausgeschafft werde. Dieser Entscheid obliegt dem kantonalen Amt für Migration. Grundlage dafür ist eine rechtskräftige Verurteilung. Der Pflichtverteidiger liess gestern offen, ob er das Urteil weiterziehen wird. Sein Mandant, der seit 1999 in der Schweiz lebt, sei aber mit dem Urteil «nicht zufrieden».

Der heute 32-jährige Kosovare hatte am 15. August 2011 auf der Gartenterrasse eines Restaurants den Schweizer mit einem Messer am Hals und an der linken Hand erheblich verletzt. Der Tat sei ein «Gschtürm» zwischen zwei Brüdern aus dem Kosovo und zwei Schweizern vorausgegangen. Die genauen Umstände wurden im Prozess nicht restlos erhellt. Das fünfköpfige Gericht stützte sich bei der Beweiswürdigung ganz auf die Zeugenaussagen der Serviertochter: Sie sei die einzige gewesen, die in sich stimmige Aussagen gemacht habe.

Falsche Aussagen

Der Angeklagte und auch das Opfer hätten teilweise offensichtlich falsche Angaben gemacht. Der Kollege des Schwingers habe vor Gericht «keinen guten Eindruck» geboten; seine Angaben seien kaum zu protokollieren gewesen.

Fakt ist, dass der Schwinger, nachdem er eine Berührung auf seiner Schulter spürte, dem Kosovaren sein Bier ins Gesicht schüttete. Eine eigentliche Bedrohung habe nicht vorgelegen. Trotzdem habe der Täter aber kurz dar­auf zugestochen. Der Angeklagte habe dem Schwinger aus Wut eine Lektion erteilen wollen, so das Gericht.

Täter zeigte Reue

Dass der Messerstecher zur Tatzeit erheblich alkoholisiert gewesen sein dürfte, falle nicht gross ins Gewicht, machte das Gericht deutlich. Der Mann habe nach der Festnahme einen klaren Eindruck gemacht. Positiv sei immerhin, dass er nach der Tat Reue gezeigt und sich beim Opfer entschuldigt habe.

Dem Opfer wurde ein Schadenersatz von 19 000 Franken zugesprochen. Zusätzlich erhält es für alle körperlichen und seelischen Leiden eine Entschädigung von 15 000 Franken. Sein Anwalt hatte die doppelte Summe gefordert. (sda)

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