Ausbau der Lebensmittelhilfe birgt Herausforderungen

Der Verein «Tischlein deck dich» hat 2014 mehr Essen verteilt als je zuvor. Auch bei den regionalen Abgabestellen liegen die Lebensmittelmengen über jenen des Vorjahres.

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Über 110 Tonnen Lebensmittel hat «Tischlein deck dich» 2014 an den drei Standorten in Winterthur und Effretikon an bedürftige Menschen verteilt. Knapp 30‘000 Kilogramm Essen gingen alleine an der Abgabestelle in Winterthur-Wülflingen über den Tisch. Das sind über 1‘500 Kilogramm mehr als im Vorjahr und so viele wie nie zuvor. «Die Abgabestelle ist chronisch an der Kapazitätsgrenze», sagt Caroline Schneider, stellvertretende Geschäftsführerin von «Tischlein deck dich» in Winterthur.

Neue Abgabestelle in der Kirche Grüze

Abhilfe hat bis Ende letzten Jahres die Abgabestelle Grüze in den Räumlichkeiten des Belieferungsgrosshändlers Transgourmet geschaffen. «Wir haben jeweils einen Teil unserer Wülflinger Kunden in die Grüze geschickt», sagt Schneider. Aufgrund der neuen Belieferungsstrategie von Transgourmet musste der Verein einen neuen Standort suchen. Lange stand die Nutzung von Räumlichkeiten der Fabrikkirche im Tössfeld zur Diskussion. Man habe sich letztlich aber dagegen entschieden, sagt Schneider. «Der Standort ist selbst für die Kirche ungewiss. Sie weiss nicht, wie lange sie noch im Gebäude bleiben darf.» 

Mit der Kirche Grüze fand «Tischlein deck dich» schliesslich einen geeigneten Ersatzstandort. Seit Jahresbeginn wurden dort bereits Lebensmittel an über 270 bedürftige Personen verteilt. Laut Caroline Schneider kommt die neue Abgabestelle gut an: «Die Kunden schätzen die freundliche Atmosphäre und die hellen Räume im Parterre. Zudem gibt es eine Kaffeeecke, wo Kontakte geknüpft werden können.»

«Mehr Personen bedient»

Gesamtschweizerisch hat die Non-Profit-Organisation «Tischlein deck dich» im letzten Jahr fast drei Millionen Kilogramm Esswaren an wöchentlich 14‘300 Alleinerziehende, Working Poor oder Ausgesteuerte verteilt. Dies an insgesamt 97 Abgabestellen. Der Trend hin zu mehr Lebensmittehilfe hat sich im letzten Jahr damit weiter fortgesetzt. «Die Sensibilität in der Lebensmittelbranche gegenüber diesem Thema ist gestiegen, sodass sich immer mehr Produktspender melden», erklärt Caroline Schneider die Entwicklung. «Zudem konnten wir durch die verstärkte Zusammenarbeit mit der Schweizer Tafel mehr Personen bedienen.» Die Schweizer Tafel sammelt bei Produzenten und Grossverteilern Esswaren ein und verteilt diese gratis an soziale Institutionen.

Um die Lebensmittelspenden in weiteren Regionen zu verteilen, will «Tischlein deck dich» in den nächsten Jahren weitere Abgabestellen eröffnen – und steht dabei vor einer grossen Schwierigkeit: «Die grösste Herausforderung besteht für uns in der komplexen, gesamtschweizerischen Logistik», sagt Schneider. Der Verein hat sieben grosse Lager, von denen aus die Esswaren zu den Abgabestellen verteilt werden. «Dafür zu sorgen, dass zu allen Abgabestellen dasselbe und angemessene Mengen transportiert werden, ist für eine Freiwilligenorganisation wie uns nicht ganz einfach.»

Erstellt: 04.02.2015, 00:00 Uhr

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