Illnau-Effreikon

Das Leiden Jesu kindgerecht erzählt

Gestern morgen haben rund 30 Katholiken in Effretikon den Karfreitag gefeiert. Kinder durften Holzkreuze basteln und Herzen beschriften.

Zum Schluss liegt das Kreuz in der  Kirche: Familiengottesdienst zum Karfreitag in Effretikon.

Zum Schluss liegt das Kreuz in der Kirche: Familiengottesdienst zum Karfreitag in Effretikon. Bild: Johanna Bossart

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Neben der katholischen Kirche St. Martin in Effretikon steht eine gelbe Rutschbahn. Kurz vor 11 Uhr am Karfreitag morgen wird sie schon rege genutzt. Zwei Kinder im Primarschulalter rennen und rutschen um die Wette. Ihr Lachen ist schon von Weitem zu hören. Die Sonne scheint.

Auf dem Platz vor dem Eingang zum Birchsaal versammeln sich derweil Erwachsene, Kinder, Helferinnen und die Familienseelsorgerin Helga Styger. Zwei Kinder verteilen Brotstücke und Traubensaft in kleinen Plastikbechern. In einer Feuerschale brennt seit dem Donnerstagabend ein Feuer. Es soll erst in der Osternacht wieder ausgehen. Bis dahin halten Kirchgemeindemitglieder Feuerwache – auch nachts.

30 sind gekommen

«Brot und Traubensaft standen am Anfang des Weges, den Jesus ging», beginnt Styger. «Er hat mit Freunden gefeiert, es war ein mega spannender Abend.» Die Familienseelsorgerin begeht mit rund 30 Mitgliedern der katholischen Kirchgemeinde, darunter ein gutes Dutzend Kinder und ihre Angehörigen, den Karfreitag. Brot und Traubensaft symbolisieren das letzte Abendmahl. Die «Freunde» sind die Jünger. Auf einem Stationenweg rund um die Kirche sollen Erwachsene und Kinder erfahren, dass Jesus auf dem Weg zu seiner Kreuzigung zwar Schmerz und Leid, aber auch Vertrauen und Verbundenheit erfahren hat.

Symbole der Freundschaft

Zu Beginn erhalten die Familien zwei Hölzer, die sie mit einem gelben Band zu einem Kreuz zusammenbinden sollen. Das Band symbolisiere die Freundschaft, sagt Styger. An den drei nächsten Stationen werden weitere Bänder hinzukommen. Sie alle sollen am Kreuz befestigt werden. Auf dem Boden liegt ein Tuch. Styger wirft verschiedene goldene Geldstücke darauf. «Der Verrat ist da, auch in den Familien», sagt sie. Sie spielt dabei auf den Jünger Judas an, der Jesus für Geld verriet.

Zwischen den insgesamt vier Stationen tragen Erwachsene und Kinder auch ein grosses Holzkreuz mit sich, dass sie auf einem Stofftuch ablegen, wenn Styger spricht. Helferinnen lesen kurze Ausschnitte aus der Ostergeschichte vor. Die Kleinsten lauschen mit offenen Mündern, während die etwas älteren sich da und dort ein Lachen verkneifen müssen.

Gemeinsames Beten

Der Abschluss des Familiengottesdienstes findet in der Kirche statt. Das grosse Holzkreuz liegt nun auf einem schwarzen Tuch auf dem Boden. Die Kinder legen rote Herzen aus Papier darauf, die sie mit den Namen ihrer Familienmitglieder beschriftet haben. Die Erwachsenen stellen Kerzen daneben. «Denkt daran, Jesus ist mein Freund und er hat mich mega gern», sagt Styger. Dann beten sie alle gemeinsam ein Vaterunser.

Erstellt: 19.04.2019, 18:45 Uhr

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