Elegante Höchstleistungen

Rock ’n’ Roll und Boogie-Woogie auf höchstem Niveau wurde am Samstag an der Weltmeisterschaft in der Eulachhalle getanzt. Sechs Schweizer Paare gaben ihr Bestes. Sie müssen sich am Ende von der Konkurrenz aus dem Osten geschlagen geben.

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Mit Leichtigkeit, so scheint es, werden die Damen von ihren Partnern Richtung Himmel katapultiert, schlagen doppelte Vorwärts- und Rückwärtssaltos und landen elegant wieder in deren Armen. Auf dem glatten Tanzparkett wird gewirbelt, gerutscht und posiert. Abendkleider oder Petticoats sind dafür wenig geeignet, man tanzt den Rock ’n’ Roll in hautengen Kostümen, die man sonst eher aus dem Zirkus kennt, und zu moderner Popmusik. Es gilt die Jury in eineinhalb Minuten mit präzisen Figuren und gewagter Akrobatik zu überzeugen.  Ein letztes Heimspiel  Ganz anders sieht es beim Boogie-Woogie aus. Hier gibt die dreiköpfige LiveBand The Fires mit Klassikern aus den 60er-Jahren den Takt vor. Die Paare, gekleidet in passende Outfits aus der Epoche, flirten ungehemmt miteinander, mit dem Publikum und auch mit der Jury. Hier gibt die Interpretation der Musik zusätzliche Punkte. Allein die akrobatische Höchstleistung und die Eleganz, mit der sie daherkommt, zählen beim Rock ’n’ Roll. Dass aber weder Boogie-Woogie noch Rock’n’Roll mit Leichtigkeit so schwerelos aussehen, zeigt sich, wenn die Paare nach ihrer kurzen Tanzshow schwer atmend die Tanzfläche verlassen.  Das Publikum der ausverkauften Eulachhalle ist international, doch liegt das Augenmerk der Gastgeber auf den sechs Schweizer Paaren, die sich für die Rock-’n’-Roll-WM qualifizieren konnten. Im Besonderen werden grosse Hoffnungen in die Winterthurer Lokalmatadoren René Bachmann und Stephanie Rüegg gelegt, die sich letztes Jahr auf dem dritten Platz positioniert und entsprechende Erwartungen geweckt haben. Sie müssen sich gegen 34 Paare aus knapp 20 Nationen behaupten. Allerdings sind sie auf der Weltkarte unterschiedlich verteilt. Denn es fehlen an dieser Weltmeisterschaft nicht nur Asien und Australien, sondern erstaunlicherweise auch Amerika komplett, da auf diesen Kontinenten schlicht kein Rock ’n’ Roll auf hohem Niveau getanzt wird.  Gold nach Polen und Norwegen  Es sind Europäer und russische Paare, die sich an diesem Abend messen, und das auf einem Niveau, auf dem die Schweizer Paare bald nicht mehr mit­halten können. Im Halbfinale scheiden René Bachmann und Stephanie Rüegg als bestes Schweizer Paar aus. «Wir sind mit unserer Leistung zufrieden», kommentiert Rüegg ihren 8. Platz. Sie zeigt sich etwas überrascht über die Vorstellungen der Konkurrenz. «So ein hohes Niveau hat es noch nie gegeben», meint sie. Für das Paar war es die letzte Teilnahme an einer WM. «Wir beide geben das Turniertanzen nun auf», bestätigt sie.  Das Finale wird von Paaren aus dem Osten bestritten. Besonders stark ist Russland, das mit drei Paaren ins Finale einzieht. Die Goldmedaille geht allerdings an Polen mit dem Paar Jacek Tarczylo und Anna Miadzielec. Die Boogie-Woogie-World-Masters-Goldmedaille bekommt Norwegen mit Susanne Sanderberg und Thorbjon Urskog. 

Erstellt: 11.11.2013, 00:00 Uhr

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