Freudentag für den Stadtrat

Stadtpräsident Michael Künzle (CVP) und Bau-Stadtrat Josef Lisibach haben heute Nachmittag ihrer grossen Freude über den hohen Ja-Stimmenanteil für Werk 1 Ausdruck gegeben. «Grosse Würfe sind in Winterthur immer noch möglich», sagte Künzle.

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Nicht auszudenken, wie die Stimmung in Winterthur weiter zusammengesackt wäre, hätten die Stadtbewohnenden heute den Gestaltungsplan zum Werk I verworfen. Doch Stadtpräsident Michael Künzle konnte sich über neuen Aufwind in der Stadt freuen, der sich nach dem jüngsten Bekenntnis der Kantons zum Verbleib des Technikums in weit über 60 Prozent Ja-Stimmen zu einem oder mehreren Hochhäusern auf dem Sulzer-Areal fortgesetzt hat.

Letztes Puzzleteil

«Das ist ein sehr deutliches Resultat und ein klares Vertrauensignal an

Stadt- und Gemeinderat sowie an die politischen Parteien, die den Gestaltungsplan mitgetragen haben.» Wenn sich das Wachstum in der Stadt auch gezielt habe verlangsamen müssen, so könne die Stadt dennoch nicht stillstehen. «Das Werk I ist das letzte, wichtige Puzzleteil bei der nachhaltigen Umnutzung und Entwicklung des Sulzer-Areals.» Mit diesen Worten rief der Stadtpräsident einen Freudentag aus. Bau-Stadtrat Josef Lisibach doppelte nach und skizzierte wie es zur Realisierung der nun möglichen Bauten weiter geht: Nachdem der Kanton den Gestaltungsplan bewilligt habe und eine Planauflagefrist von 30 Tagen verstrichen sei, könne die neue Grundeigentümerin Implenia ans Werk gehen. Die Stadt werde derweil wie angekündigt die Halle 53 übernehmen. «Auf dem Areal sind bis zu drei unterschiedlich hohe Hochhäuser erlaubt. Im höchsten muss das Dachgeschoss öffentlich zugänglich sein.» Die Stadt werde die Planung und Gestaltung auf dem rund 60 000 Quadratmeter grossen Areal durch künftige Bauherren eng begleiten. Ein Zeitplan bestehe noch nicht. «Wir hoffen aber schon, dass es jetzt kontinuierlich vorwärts geht», so Künzle.  

Klares Ja, viele an der Urne

Die Stimmberechtigten haben dem Gestaltungsplan Werk I mit 63,9 Prozent Ja-Stimmen zugestimmt. Die Stimmbeteiligung lag bei 42,1 Prozent. 17'666 Stimmberechtigte sagten Ja zu der Vorlage, 9962 Nein. Der Gestaltungsplan sieht eine Mischnutzung aus Wohnen, Gewerbe, Bildung und Freizeit vor.

Mindestens 30 Prozent der Wohnflächen müssen dem gemeinnützigen Wohnungsbau oder für Studentenwohnraum zur Verfügung gestellt werden. Ein Teil der alten Industriehallen steht unter Schutz. Das Land ist weitgehend im Besitz des Baukonzerns Implenia. Die Verhandlungen über den Gestaltungsplan zogen sich über sechs Jahre hin. Das Stadtparlament hatte der Vorlage im vergangenen September mit 56 zu 2 Stimmen zugestimmt.

 

Anwohner hatten dagegen das Referendum ergriffen. Kritisiert wurde unter anderem, dass der Gestaltungsplan der Implenia einen immensen Mehrwert bringe und die Stadt es versäumt habe, einen ausreichenden Anteil abzuschöpfen. Dieser Ansicht hielt Lisibach gestern vehement entgegen: «Bezüglich Mehrwert haben wir soviel Zugeständnisse erreicht wie wohl noch nie bei einem Gestaltungsplan.» Die Stadt werde in den Worten Lisibachs stark von den Vorhaben profitieren.

Mehrheit nicht gegen weitere Hochhäuser

Ausserdem stören sich die Gegner an den Hochhäusern, die Schatten werfen oder insbesondere den Anwohnern am Eschenberg- oder Brühlberghang die Aussicht nehmen könnten. In einer ersten mündlichen Stellungnahme gaben sie sich heute Nachmittag vom Abstimmungsresultat enttäuscht. «Aber es ist ein respektables Resultat», so Hans Sigg vom gegnerischen Referendumskomitee. 

Vorgesehen ist der Bau eines Hauses von der Höhe des Sulzerhochhauses sowie zweier kleinerer Hochhäuser. Ausserdem hat der Kanton das Sulzer-Areal als neuen Hauptstandort der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) bestimmt. Im Werk I sollen unter anderem das Rektorat, ein Hörsaalzentrum, Sportanlagen sowie die Mensa untergebracht werden.

Erstellt: 08.03.2015, 00:00 Uhr

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