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Abstimmung wird zur Zerreissprobe

kairo. Einen Tag vor Beginn der Abstimmung über die neue Verfassung ist Ägypten so gespalten wie selten zuvor. Die regierenden Islamisten erklärten gestern, es sei eine nationale Pflicht, Ja zu stimmen. Die liberalen und linken Parteien der Opposition riefen zu einem Nein auf. Die Nationale Rettungsfront um Friedensnobelpreisträger Mohammed al-Baradei erklärte, sie werde das Ergebnis der Volksabstimmung nicht anerkennen, falls nicht alle Bedingungen für transparente, saubere Wahlen erfüllt seien. Zudem kritisierten die Oppositionellen, dass die Abstimmung in zwei Etappen ablaufen soll. In Kairo und neun weiteren Provinzen wird morgen Samstag abgestimmt. In den restlichen Provinzen werden die Wähler erst eine Woche später zu den Urnen gerufen, da sich nicht genügend Richter bereit erklärt haben, die Aufsicht in den Wahllokalen zu führen.

Annahme ist wahrscheinlich

Da die regierende Muslimbruderschaft die bestorganisierte Kraft im Land ist, wird mit der Annahme der neuen Verfassung gerechnet. Mit deren Inkrafttreten soll auch der Weg zur Neuwahl des Parlaments Anfang 2013 freigemacht werden. Zum Schutz des Referendums wurden umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen getroffen. So erhielt die Armee Polizeibefugnisse und soll Wahllokale schützen. Zum Schutz des Präsidentenpalastes sind Panzer in Stellung gegangen. (sda)

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