Zum Hauptinhalt springen

Abstimmungskampf für Initiative «Sicheres Wohnen im Alter» läuft

Die Schweiz stehe mit ihrem «fiktiven Eigenmietwert» international mittlerweile alleine auf weiter Flur, sagen die Befürworter der Initiative «Sicheres Wohnen im Alter». Ein Ja zum Begehren des Hauseigentümerverbands (HEV) könne die drängendsten Probleme, welche der Eigenmietwert verursache, beseitigen.

Der HEV Schweiz eröffnete am Mittwoch an einer Medienkonferenz in Bern zusammen mit Vertretern der bürgerlichen Parteien und der Immobilienverbände den Wahlkampf. Tausende ältere Wohneigentümer aus dem Mittelstand würden unter der unfairen Besteuerung des Eigenmietwerts leiden, heisst es in einem Communiqué des HEV. Sie hätten ihre Hypothekarschulden abbezahlt und würden für ihre Schuldenfreiheit mit hohen, ungerechten Steuern bestraft. Damit gefährde der Fiskus nicht nur die Volkswirtschaft, sondern torpediere auch eine zielführende Vorsorgepolitik und untergrabe Rechtschaffenheit und Eigenverantwortung. Das Konstrukt des Eigenmietwertes als fiktives Einkommen und seiner Besteuerung sei höchst umstritten und in den eidgenössischen Räten seit vielen Jahren immer wieder Thema, schreibt der HEV. Kein Wunder, denn die unfaire Steuerbelastung sei insbesondere für ältere, schuldenfreie Wohneigentümer ein grosses Problem. Diese erzielten nur ein geringes Einkommen, würden aber vom Fiskus über Gebühr geschröpft und so für ihre Schuldenfreiheit und Rechtschaffenheit bestraft. Aufgrund verschiedenster Partikularinteressen sei in den letzten Jahren eine Abschaffung des Eigenmietwertes eins ums andere Mal gescheitert. "Viele Wohneigentümer arbeiten ihr ganzes Leben lang hart, damit sie im Alter schuldenfrei im eigenen Haus oder in der eigenen Wohnung leben können", sagte HEV-Vorstandsmitglied und CVP-Ständerätin Brigitte Häberli-Koller (TG) vor den Medien. Damit würden sie einer urschweizerischen Tugend folgen - nämlich jener der Schuldenfreiheit. "Dass sie dafür vom Staat mit hohen Steuern bestraft werden, ist stossend und unfair." In der Tat sei es nicht zu erklären, weshalb der Staat mit der Besteuerung des fiktiven Eigenmietwertes die Schuldenfreiheit von älteren Wohneigentümern so massiv torpediere. "Wer als Wohneigentümer rechnet, merkt schnell: Eine schuldenfreie Finanzierung macht keinen Sinn", sagte FDP-Ständerat Joachim Eder (ZG). Inzwischen betrage die Hypothekarverschuldung rund 650 Milliarden Franken. Aus volkswirtschaftlichen Überlegungen stelle diese hohe Verschuldung eine ernste Gefahr dar. Der Präsident der Fédération romande immobilière (FRI), Christian Blandenier, betonte die Wichtigkeit von schuldenfreiem Wohneigentum als Pfeiler der Altersvorsorge. Wer schuldenfrei im eigenen Haus oder der eigenen Wohnung lebe, habe mehr Mittel, seinen Lebensabend frei zu gestalten. Damit entlaste er auch die Gesellschaft in sozialpolitischer Hinsicht wesentlich. (sda)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch