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Absturz statt sanfte Landung wie 2011

Die Schweizer Exportindustrie hat bereits 2010 und 2011 eine starke Aufwertung des Frankens erlebt. Damals führte dies zu einem Rückgang des Exportwachstums. Für 2015 ist dagegen mit einem Einbruch zu rechnen.

Im Gegensatz zur Aufwertung des Frankens in den Jahren 2010 und 2011 erlebe die Schweizer Exportindustrie aktuell einen eigentlichen Aufwertungsschock, sagte Jan-Egbert Sturm, Direktor der Konjunkturforschungsstelle (KOF) der ETH Zürich. Die Unternehmen müssten sich schlagartig an das neue Wechselkursniveau anpassen. Das können sie kurzfristig nur mit Preissenkungen. Sonst verlieren sie den Auftrag. Beides führt gemäss Prognosen der KOF bereits in diesem Jahr zu sinkenden Exporten. Bei der starken Frankenaufwertung 2010/2011 war das noch anders. In diesen zwei Jahren nahmen die Ausfuhren deutlich um 7,2 respektive 2,3 Prozent zu. Erst 2012 begannen sich die Bremsspuren der Aufwertung im Exportvolumen abzuzeichnen. 2013 war dann der Tiefpunkt mit einem Wachstum von nur noch 0,3 Prozent erreicht.

Günstiger Branchenmix

Diese sanfte und stark verzögerte Landung der Gesamtexporte kam jedoch nur dank einem günstigen Branchenmix zustande. Die Pharma- und die Uhrenindustrie haben den starken Einbruch der Maschinen-, Elektro- und Metall-Industrie (MEM-Industrie) mehr als wettgemacht. So steigerte die Uhrenbranche in diesen Jahre die Ausfuhren zwischen 11,0 und 22,2 Prozent. Die Pharmaindustrie musste nur gerade 2011 einen preisbedingten Rückgang von 1,7 Prozent hinnehmen. Danach steigerte sie die Exporte wieder kontinuierlich zwischen 2,4 und 5,8 Prozent. Die Ausfuhren der MEM-Industrie dagegen brachen 2012 um fast 10 Prozent ein. Seither stagnieren die Exporte dieser Branche. Sturm erwartet auch diesmal solche Verzögerungseffekte. «Diesmal läuft jedoch alles viel kurzfristiger ab», sagte er. So werde sich die MEM-Industrie noch bis in den Frühling halten können. Danach folge aber der Einbruch. Die Pharmaindustrie dagegen spüre den Aufwertungsschock bereits, weil die staatlich festgelegten Medikamentenpreise kurzfristig nicht erhöht werden können. Mittelfristig aber schon. Die Pharmabranche profitiere dabei davon, dass die Nachfrage nach Medikamenten kaum vom Preis abhängig sei. Ganz anders dagegen ist laut Sturm die Situation in der Maschinenindustrie. Sie könne die Preise nicht beliebig anpassen und müsse darum mit anderen Massnahmen als die Pharmabranche auf den Aufwertungsschock reagieren. Eine Sparmöglichkeit ist dabei die Verlagerung der Produktion ins Ausland.

Exportrekord im Jahr 2014

Im vergangenen Jahr hat die Schweiz so viel wie noch nie exportiert. Mit Ausfuhren im Gesamtwert von 208,3 Milliarden Franken wurde der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2008 um rund 2 Milliarden Franken übertroffen. Vor allem die chemisch-pharmazeutische Industrie hat ihre Exporte gesteigert. Die Ausfuhren dieser Industrie stiegen um 5 Prozent auf 85,3 Milliarden Franken. Die zweitwichtigste Exportbranche der Schweiz, die Maschinen- und Elektronikindustrie, stagnierte dagegen bei 33,3 Milliarden Franken. Erneut zulegen konnte die Uhrenindustrie, die ihre Ausfuhren um 1,9 Prozent auf ein neues Allzeithoch von 22,4 Milliarden Franken steigern konnte.

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