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Ägyptische Opposition ist enttäuscht von der Haltung der USA

Der erste Besuch von US-Aussenminister John Kerry in Ägypten wird von Protesten und Boykottaufrufen überschattet. Gegner der islamistischen Führung unter Präsident Mohammed Mursi riefen für (heute) Samstag zu Protestkundgebungen auf.

Sie werfen der US-Regierung vor, sie unterstütze die regierenden Muslimbrüder, obwohl diese die Spielregeln der Demokratie nicht beachteten. Vor dem Aussenministerium und der US-Botschaft in Kairo sind Demonstrationen geplant.

Zwei einflussreiche Oppositionsführer - der ehemalige Präsidentschaftskandidat Hamdien Sabahi und Friedensnobelpreisträger Mohammed El Baradei - lehnten laut Medienberichten ein Treffen mit Kerry ab.

Der frühere Generalsekretär der Arabischen Liga Amre Mussa, der wie die beiden anderen Oppositionellen auch der Nationalen Rettungsfront angehört, sagte dagegen im Gespräch mit dem Nachrichtenportal Al-Ahram, er wolle mit Kerry sprechen.

Zu den offiziellen Terminen des Aussenministers, die am späten Nachmittag beginnen sollten, gehört unter anderem ein Gespräch mit Präsident Mursi. Nach seinem Besuch in Ägypten will Kerry mehrere arabische Golfstaaten besuchen. Bei seinen Gesprächen mit arabischen Politikern soll es auch um den Bürgerkrieg in Syrien gehen.

Bei Zusammenstössen zwischen Polizei und Demonstranten im Nordosten Ägyptens ist ein Mensch ums Leben gekommen. Die Polizei setzte nach eigenen Angaben Tränengas ein, als Demonstranten am Freitagabend den Sitz des Gouverneurs in der Stadt Mansura stürmen wollten.

Dabei seien ein Mensch getötet sowie 30 Demonstranten und 10 Polizisten verletzt worden, sagte ein Vertreter der Sicherheitskräfte am Samstag. Laut Berichten örtlicher Medien kam der Mann ums Leben, als er von einem Polizeiwagen überrollt wurde. Er soll mit der Protestaktion nichts zu tun gehabt haben.

In Ägypten protestieren seit Monaten Regierungskritiker gegen den islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi. Demonstrationen gab es unter anderem in der Hauptstadt Kairo sowie den Städten Port Said, Ismailija und Suez. In den vergangenen Tagen hatten in Ägypten mehrere Berichte über die Misshandlung minderjähriger Demonstranten in Polizeigewahrsam für Empörung gesorgt.

(sda)

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