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Affäre am Rand des Festivals

cannes. Das Drama «Welcome to New York» handelt von der Sexaffäre um den Ex-Chef des Internationalen Währungsfonds, Dominique Strauss-Kahn. In Cannes feierte der Film am Rand des Festivals Weltpremiere.

Die Nachricht von der Sexaffäre um Strauss-Kahn fiel vor drei Jahren mitten in das Festival von Cannes. Die US-amerikanische Polizei hatte den Politiker wegen versuchter Vergewaltigung eines Zimmermädchens in New York verhaftet. Am Samstagabend machte der Skandal in Cannes nun wieder von sich reden. Diesmal als Filmstoff in «Welcome to New York» des US-Regisseurs Abel Ferrara. Das Drama feierte am Rande des Festivals Weltpremiere – in Anwesenheit von Gérard Depardieu, der darin die Hauptrolle spielt. Er verkörpert den Direktor einer internationalen Organisation, der nach einem Vergewaltigungsvorwurf seinen Job verliert und damit die Aussicht verspielt, zukünftiger Präsident von Frankreich zu werden – dass Ferrara den damaligen Sexskandal um Dominique Strauss-Kahn verarbeitet, ist offensichtlich, auch wenn die Prot­ago­nis­ten anders heissen.

Der Streifen war am Samstag wichtigster Gesprächsstoff nicht nur wegen des Inhalts. Das Drama kommt nicht auf den Markt, sondern ist nur im Internet als Video-on-Demand zugänglich. Die Vorführung fand am späten Samstagabend vor rund 200 ausgewählten Journalisten statt. Zu der anschliessenden Pressekonferenz war die ganze hochkarätige Crew gekommen: Dépardieu und Jacqueline Bisset, Ferrara und Vincent Maraval, der Chef der französischen Produktionsfirma Wild Bunch, einer der bedeutendsten Produzenten Frankreichs.

Vor allem wollte man wissen, ob Dominique Strauss-Kahn und seine Frau Anne Sinclair versucht hätten, gegen den Film gerichtlich vorzugehen. «Das werden sie vielleicht jetzt tun, wenn sie den Film gesehen haben», antwortete der 62-jährige Regisseur. Zuvor wurde in Frankreichs Presse jedoch laut, dass seine einflussreiche Frau – das Paar lebt mittlerweile getrennt voneinander – gedroht habe, den Film mit allen ihr zur Verfügung stehenden Mitteln zu verhindern. Wild-Bunch-Chef Maraval hat in einem Interview mit der französischen Sonntagszeitung «Le Journal du Dimanche» von vergangener Woche angedeutet, dass Cannes womöglich einem gewissen Druck durchaus nachgegeben habe.

Plumper Sex

Der Film beginnt mit Sexszenen im Hotel. Prot­ago­nist Devereaux und einige seiner Freunde vergnügen sich mit Prostituierten in einem Hotelzimmer. Es fliesst reichlich Champagner, und Devereaux begrabscht Busen, leckt Sahne von knackigen Hintern ab und lässt sich oral befriedigen. Die Szenen wirken plump und peinlich. Etwas inter­essanter wird es erst, als der Prot­ago­nis­t im Gefängnis sitzt und im frei erfundenen Dialog mit seiner Frau Simone zu sehen ist.

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