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Afrika erleben und besser verstehen

Der afrikanische Kontinent steht im Fokus der Kulturwochen «Black & White». Ab morgen dürfen sich die Besucher auf ein abwechslungsreiches musikalisch-erzählerisches Programm freuen.

In den nächsten zwei Wochen wird Illnau-Effretikon afrikanisch. Zumindest für die Neugierigen, die sich auf die vielfältigen Kulturen des Kontinents einlassen möchten. Zum fünften Mal seit 1999 ist Afrika zu Gast an den Kulturwochen, die vom Verein Forum 21, den beiden Landeskirchen, dem Verein Lebensphase 3, dem Jugendtreff Funky Illnau und weiteren städtischen In­sti­tu­tio­nen organisiert werden. Sogar die Ober- und Mittelstufen von Illnau und Effretikon sind mit Projekttagen in das Thema eingebunden.

Der weisse Griot

Als einen künstlerischen Höhepunkt nennt die Projektkoordi­natorin Kulturwochen, Theresia Baker, den Geschichtenerzähler Tormenta Jobarteh. Dieser begleitet sich virtuos auf einer Kora, einer 21-saitigen westafrikanischen Harfenlaute. Der Musiker wuchs in München auf und studierte dort Schlagzeug. Bald spürte er jedoch seiner «afrikanischen Seele» nach und begab sich nach Gambia. Er tauchte so tief in die Mande-Kultur und die Mandinka-Sprache ein, dass ihn die Familie seines Lehrers Basuro Jobarteh nach acht Jahren adoptierte.

Nun darf er sich als weisser Griot bezeichnen. Griots, oder weiblich Griottes, sind in Westafrika professionelle Sänger, Dichter und Instrumentalisten, die gegen Bezahlung für ihre Auftraggeber Geschichten vortragen, durch ihre mündliche Überlieferung auch traditionelles Wissen weitergeben. Tormenta Jobarteh nutzt seine Kenntnisse für die Kulturvermittlung zwischen Afrika und Europa. Seit über 15 Jahren geht er auf Tournee, mit speziellen Programmen für Kinder und Erwachsene. Am 23. und 24. September trägt er in der Primarschule Hagen ein Hörspiel mit Gesang, Tanz und Koramusik vor. Am Abend des 24. September tritt er als «Jeliba der Geschichtenerzähler» im Hotzehuus auf.

Pfarrer Willy Mayunda (Bild)von der Römisch-katholischen Kirchgemeinde St. Laurentius in Wülflingen spricht am 25. September über «Voodoo, Magie und Christentum im Kongo» und berichtet damit über die religiöse Landschaft seiner Heimat. Sein Vortrag beginnt um 19.30 Uhr in der katholischen Kirche St. Martin in Effretikon (Kollekte).

Die Sprecherin Andrea Jost liest am Samstag, 27. September, um 11 Uhr aus dem Buch «Der Jakubijan-Bau» von Alaa al-Aswani. In diesem Roman wird ein Wohnkomplex in Kairo zum Spiegelbild der ägyptischen Gesellschaft. Arme Landflüchtlinge treffen auf reiche Städter. Was den einen Unterschlupf, ist den anderen ein Liebesnest. Die Lesung findet im Foyer des Stadthauses in der 1. Etage statt (Kollekte).

Als leichtfüssige Filou-Komödie wartet der Film «Moi et mon blanc» von S. Pierre Yameogo aus Burkina Faso auf. Er wird am 25. September, 20.15 Uhr, im Stadthaussaal Effretikon gezeigt (Eintritt 10/7 Franken). Basierend auf seinen eigenen Erfahrungen als Afrikaner in Paris, zeigt Yameogo die Komplexität kultureller Unterschiede. «Sein Weisser» ist dabei sein französischer Arbeitskollege, mit dem er sich im Film gefundenes Drogengeld teilt.

Spannende Erlebnisberichte

Über das Reiseziel Kenia berichten Peter Rauh aus Illnau, der den Mount Kenia erklomm und im Amboseli-Nationalpark campierte, sowie Lukas Wagner. Letzterer ar­bei­te­te als Volontär für das Hilfswerk GOA, das sich dort Selbsthilfeprojekten, Waisenhäusern und Rehabilitationszentren widmet. Sein Bericht beschreibt die Kehrseite des Ferienlandes, Hunger, Aids und Flüchtlingsströme, aus erster Hand, aber auch wie geholfen werden kann (17. September, 20 Uhr, Stadthaussaal Effretikon, Kollekte).

Mehrere Projektarbeiten und Schülerinitiativen werden ebenfalls im Rahmen der Kulturwochen präsentiert. Ein Schwerpunkt liegt dabei auf «Save the Oceans». Die Jugendlichen haben sich dabei mit dem weltweiten Plastikverbrauch und den Folgen für die Ozeane auseinandergesetzt. Als Zeichen für nachhaltiges Produzieren stellen sie Gemüse- und Fruchtsäckchen aus Baumwolle statt Kunststoff her.

An den verschiedenen Anlässen ist für afrikanische Küche ge-sorgt, sei es als «Funky-Bab-Brottaschen» an der Illnauer Chilbi (13./14. September) oder am African Market (20. September, Märtplatz Effretikon). gsp

www.kulturwochen.ch

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