Zum Hauptinhalt springen

Ahmadinedschad heizt im Iran Proteste gegen Israel an

Hunderttausende Menschen sind im Iran auf die Strasse gegangen, um gegen Israel zu protestieren. Präsident Mahmud Ahmadinedschad bezeichnete Israel während einer Rede als "ein Krebsgeschwür" und sprach dem jüdischen Staat abermals das Existenzrecht ab.

Zu den landesweiten Demonstrationen hatte die Regierung anlässlich des jährlich stattfindenden Al-Kuds-Tages aufgerufen. Angeheizt wurden die Kundgebungen durch die Drohung Israels, mit einem Militärschlag gegen das umstrittene iranische Atomprogramm vorzugehen. Die iranischen Staatsmedien sprachen von Millionen Teilnehmern.

Al-Kuds ist der arabische Name für Jerusalem. In dem 1967 von Israel besetzten Ostteil der Stadt wollen die Palästinenser die Hauptstadt ihres unabhängigen Staates ausrufen. Der Iran begeht den Solidaritätstag mit den Palästinensern traditionell am letzten Freitag des Fastenmonats Ramadan.

Der Iran erkennt Israel nicht an und erachtet seine Regierung als Wurzel aller Probleme in Nahost. "Sperrt die Ohren auf: Auf der neuen Landkarte des Nahen Ostens wird es weder ein zionistisches Regime noch eine Vorherrschaft der USA geben", sagte der Präsident an der Universität von Teheran.

Ahmadinedschad hatte in der Vergangenheit wiederholt den Holocaust geleugnet und gefordert, dass Israel von der Landkarte getilgt werden solle. Die besetzten Gebiete müssten voll und ganz an die Palästinenser zurückgegeben werden, ergänzte er.

Die Zwei-Staaten-Lösung solle aufgegeben werden. "Sie ist bloss eine weitere Verschwörung." Den westlichen Führern warf Irans Präsident vor, seit Jahrzehnten Sklaven Israels zu sein. "In den USA müssen selbst Präsidentschaftskandidaten vor den Zionisten auf die Knie gehen", sagte er.

Am Mittwoch hatte bereits das geistliche Oberhaupt im Iran, Ayatollah Ali Chamenei, Israel als ein "zum Verschwinden verurteiltes künstliches Gebilde" bezeichnet.

Zuletzt hatte es in Medienberichten geheissen, Israel erwäge noch vor der US-Präsidentenwahl im November einen militärischen Alleingang gegen das umstrittene iranische Atomprogramm. Die internationale Gemeinschaft verdächtigt die Führung in Teheran, unter dem Deckmantel einer zivilen Forschung Atomwaffen zu entwickeln.

Israel betrachtet das Atomprogramm als derzeit grösste Bedrohung seiner Existenz. Der Iran bestreitet alles Vorwürfe und betont, das Atomprogramm verfolge rein friedliche Ziele.

(sda)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch