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Alarm bei Ferrari wegen Windkanal

SUZUKA. Red Bull und McLaren haben den WM-Titel noch nicht abgeschrieben. Mark Webber, Lewis Hamilton und Sebastian Vettel sind in Japan am schnellsten unterwegs. Sauber will das angekündigte Feuerwerk erst im Qualifying und im Rennen steigen lassen.

Die Formel-1-Weltmeisterschaft wird noch spannender. Ferrari hat Probleme mit dem veralteten Windkanal und befürchtet ein rasches Aufholen der Alonso-Verfolger. «Nur mit dritten und vierten Plätzen können wir den Titel nicht holen. Wir müssten auch wieder aus eigener Kraft gewinnen können und davon sind wir derzeit weit entfernt», gesteht Teamchef Stefano Domenicali. Da das letzte Update in Singapur nicht funktioniert hat, wollen sich die Italiener jetzt in einem anderen Windkanal einmieten, um das Auto kurzfristig doch noch verbessern zu können.

Die Konkurrenz hat bereits zum Halali geblasen. Red Bull und McLaren zeigen sich überzeugt, das Steuer noch herumreissen zu können. Mark Webber machte gestern mit der klaren Bestzeit in den beiden ersten Trainings zum Grossen Preis von Japan schon einmal den Anfang. Nach dem souveränen Sieg in Silverstone ist es ruhig geworden um den 35-jährigen Australier, der bei Red Bull Racing endlich aus dem Schatten von Sebastian Vettel treten möchte. Achter war er noch in Hockenheim und Budapest, Sechster in Francorchamps, dann kamen wegen falscher Reifenstrategien zwei folgenschwere Nuller in Monza und Singapur, die ihn im Kampf um den Weltmeistertitel erheblich zurückwarfen.

Maschinerie läuft wieder

Webber ist aber viel zu lange in der Formel 1, um sich durch solche Rückschläge noch aus dem Tritt bringen zu lassen. Nicht unglücklich, dem medialen Interesse vorübergehend wieder einmal entrückt zu sein, hat er sich mit mehr als zwei Zehntelsekunden Vorsprung auf Lewis Hamilton und Vettel eindrücklich in Erinnerung gerufen. Alonso als Fünfter hinter Nico Hülkenberg büsste schon mehr als eine halbe Sekunde ein.

«Ich bin ganz zufrieden. Wir waren lange unterwegs, haben einen Grossteil unseres Programms absolviert und mit beiden Reifenmischungen viele nützliche Daten gesammelt», freute sich Webber, ohne gleich in Euphorie auszubrechen. «Suzuka ist eine anspruchsvolle Strecke. Bis hier die optimale Balance gefunden ist, gibt es sehr viel tun, vor allem dann, wenn man weitere neue Teile dabei hat wie wir. Derzeit läuft aber alles in eine gute Richtung. Die Red-Bull-Maschinerie ist wieder gut im Schuss und wir können entsprechend hart puschen», meinte er. «Wir haben ja auch ambitionierte Ziele, wollen in der Teamwertung die Leaderposition verteidigen und bei den Fahrern die Führung zurückerobern.»

Von der Favoritenrolle, die Hamilton als Zweiter gestern den Bullen zuschanzen wollte, will Webber jedoch gar nichts wissen. «Wer sich die Mühe nimmt, die letzten fünf Rennen anzuschauen, sieht sofort, dass nicht wir, sondern er immer in der ersten Reihe gestanden ist. Das sind nichts als kleine Psychotricks, die in dieser Branche üblich sind. Wir haben zwar ein starkes Auto hier, doch vier oder fünf Teams liegen wirklich sehr nahe zusammen.»

Kobayashi in Landesfarbe

Dazu kann auch Sauber gehören, obwohl gestern Sergio Pérez und Kamui Kobayashi über die Plätze 12 und 13 nicht hinauskamen. Das Duo hatte sich auch nicht auf einzelne schnelle Runden konzentriert, sondern ein anspruchsvolles Dauerprogramm mit harten und weichen Reifen, mit schweren und leichten Fahrzeugen abgespult und dazu auch wieder neue Komponenten getestet. Zu diesen gehörte ein neuer Frontflügel, der das in Singapur vorgestellte Entwicklungspaket komplettiert.

«Wir hatten einen guten ersten Trainingstag und konnten alle Aufgaben erledigen», versicherte Pérez. «Wir müssen jetzt nur noch schneller werden und das ist sicher möglich. Auf meiner klar schnellsten Runde bin ich ja von der Strecke abgekommen.»

Davon nicht verschont blieb auch Kobayashi, der mit einem neuen Helmdesign in den Landesfarben Japans unterwegs ist. «Es ist ein fantastisches Gefühl, nach einem Jahr wieder hier in Suzuka anzutreten», gestand er. «Die Strecke ist einfach grossartig, jede einzelne Runde ist aufregend. Die bisherigen Zeiten liegen jedoch zu eng zusammen, um die effektive Leistungsfähigkeit beurteilen zu können. Wenn wir die Balance und die Abstimmung weiter verbessern, liegt aber bestimmt etwas drin. Meine Landsleute werden mich dabei grandios unterstützen.»

Die Unsicherheit bezüglich seiner Vertragsverlängerung belastet ihn (noch) nicht, obwohl er sich bewusst ist, dass sich alle Welt um einen Platz bei Sauber bemüht: «Bei mir wissen sie, woran sie sind und dass ich immer mein Bestes gebe.»

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