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Alleebäume fällen, ohne dass sie fallen

Fachleute mit schweren Maschinen haben gestern an der Lindstrasse ein halbes Dutzend Bäume entfernt. Der Verkehr samt Bus lief fast ungestört weiter.

Der Ahorn trug auf einem Aluminiumschildchen die Nummer 11 921 und galt seit mehreren Jahren als Risikobaum. Jetzt ist er weg, rüübis und stüübis wurde auch der Wurzelstock mit einer Riesenraffelscheibe rausgefräst. Der Ahorn Nummer 11 921 stand im Park der Villa Bühler an der Lindstrasse, gleich neben dem Bezirksgericht. Seit Jahren wurde der Baum von den Baumpflegern begutachtet und gehegt. Jetzt sei das Risiko, dass grosse Äste abbrechen könnten, zu gross geworden, deshalb habe man ihn gefällt, sagt Peter Hirsiger, Chef der Grünanlagen bei der Stadtgärtnerei. Die 11 921 wird im städtischen Baumkataster nun als «gefällt» markiert, und der junge Baum, der bald als Ersatz gepflanzt wird, bekommt eine neue Nummer.

Auch die übrigen sechs Bäume, zum Teil Ahorne und zum Teil Linden, die gestern aus der Allee rausgesägt wurden, hatten alle eine Nummer im GIS-Baumkataster. Zum Teil mussten sie wie 11 921 aus Krankheits- respektive Sicherheitsgründen weichen, zum Teil stehen sie genau dort, wo auf Höhe der Brunngasse eine neue Kanalisation fürs Kantonsspital nötig und gebaut wird.

Baum weg in zehn Minuten

Wie die Fachleute einer Spezialfirma aus Wetzikon beim Fällen vorgehen, ist brachial und spektakulär zugleich. Einer bedient die Maschine mit der Schneidezange. Ein grosser Greifer krallt sich einen dicken Ast oder ein ganzes Stammstück, eine integrierte Motorsäge schreit schnell auf und lässt einen Sägespanregen auf die Fahrbahn nieder. Dann kommt ein zweiter Maschinenführer, der eine andere Greifzange dirigiert, und mit dieser stopft er das abgetrennte Baumstück in die Lastenmulde. Jedes Teil misst etwa fünf Meter, in zehn Minuten ist ein stattlicher Baum vollständig weg.

Von Baumfällen kann eigentlich keine Rede mehr sein, denn die Bäume fallen nicht, sondern werden Stück um Stück abgetrennt. Effizient, sicher und schnell sei diese Methode, sagt Hirsiger, und sie komme meist dann zum Einsatz, wenn nebenan der Verkehr weiterrollen soll. Die Autos, Velos und ab und zu ein Bus werden nur dann ganz kurz gestoppt, wenn die grosse Sägezange zubeisst.

Heute, so Hirsiger, würden vis-à-vis der Alten Kaserne an der Technikumstrasse nochmals drei Risikobäume auf diese Weise entfernt, zwei Birken und eine grosse Eiche mit dürren Ästen. mgm

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