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Allen den Meister gezeigt

Mont Ventoux. M baute Ltopher i100. seinen Vorsprung aus.

Ein Grossangriff seiner Verfolger war erwartet worden, im besten Fall sollte nach der prestigeträchtigen Etappe auf den berüchtigten Berg in der Provence neue Spannung im Kampf um den Gesamtsieg aufkommen. Doch daraus wurde nichts. Der Brite Christopher Froome präsentierte sich zu überlegen. Einzig der Kletterspezialist Nairo Quintana war dem Mann im Maillot jaune einigermassen gewachsen, doch dann fuhr Froome auch dem Kolumbianer davon. Es war der zweite Etappensieg für Froome an dieser Tour, nachdem er bereits das Teilstück nach Ax 3 Domaines für sich entschieden hatte.

29 Sekunden holte Froome bis ins Ziel auf Quintana heraus, alle anderen verloren über eine Minute. Froomes erste Verfolger im Gesamtklassement, der Holländer Bauke Mollema und der Spanier Alberto Contador, büssten mehr als eineinhalb Minuten ein. Im Gesamtklassement liegen sie vor dem Ruhetag heute Montag nun 4:14 (Mollema) und 4:25 Minuten (Contador) zurück. Und die Alpenetappen sowie das zweite Zeitfahren stehen noch bevor.

«Das war der grösste Sieg meines Lebens. Dieser Berg ist historisch für dieses Rennen», so Froome. Er sprach damit auch seinen Landsmann Tom Simp- son an, der 1967 – vollgepumpt mit Doping – einen tödlichen Hitzschlag erlitten hatte. Der mit einer schier unglaublichen Leichtigkeit erreichte Etappensieg von Froome dürfte einmal mehr auch die Skeptiker auf den Plan rufen. Froome war das egal. «Ich habe nicht gedacht, dass ich diese Etappe gewinnen würde, sondern wollte einfach nur meinen Vorsprung vergrössern.»

Die 15. Etappe war zwar die längste der Jubiläumstour, wie erwartet kon­zen­trier­te sich das Geschehen am französischen Nationalfeiertag aber auf die abschliessenden 20,8 km hinauf auf den Mont Ventoux. Als erster der Favoriten griff Quintana 13 km vor dem Ziel an. Dahinter hielt Froomes Teamkollege Richie Porte das Tempo hoch – so lange, bis nur noch der Spanier Alberto Contador dem Duo des Teams Sky folgen konnte. 7,2 km vor dem Ziel ergriff schliesslich Froome selbst die Initiative.

Und wie er sich des spanischen Widersachers entledigte, war beeindruckend. Ohne aus dem Sattel zu gehen, liess der Brite Contador einfach stehen und holte Quintana innerhalb kürzester Zeit ein. Zusammen fuhr das Duo der Wetterstation auf der Bergspitze entgegen, vorbei an Hunderttausenden Zuschauern, die am «Quatorze juillet» die Strasse des kahlen, praktisch vegetationslosen Berges säumten. Erst eineinhalb Kilometer vor dem Ziel musste dann auch Quintana kapitulieren.

In der letzten Woche hatte das Team Sky einige Schwächen erkennen lassen. Teamleader Froome präsentiert sich in den Zeitfahren und in den Bergen aber derart stark, dass selbst eine schwächelnde Mannschaft nicht mehr gross ins Gewicht fallen dürfte. Nach seinem insgesamt dritten Tagessieg an der Tour de France ist weit und breit kein Gegner mehr in Sicht, der Froome am Gesamtsieg noch hindern könnte. Geschieht nichts Aussergewöhnliches mehr, wird er am nächsten Sonntag in Paris zum Nachfolger seines in diesem Jahr abwesenden Teamkollegen Bradley Wiggins gekürt werden.

Morabito führt Evans ins Ziel

Froome führt neu auch in der Bergpreiswertung. Der bisherige Leader, der Franzose Pierre Rolland, verlor gleich zu Beginn des Anstiegs zum Mont Ventoux den Kontakt zur Spitze. Danach mussten die grossen Namen einer nach dem anderen abreissen lassen. Auch Cadel Evans vom schweizerisch-amerikanischen BMC-Team verlor bald einmal den Kontakt. Der Aus- tralier, unter anderem ins Ziel geführt von seinem Teamkollegen Steve Morabito (30. in der Etappe), verlor fast neun Minuten und kommt für einen Spitzenplatz endgültig nicht mehr in Frage.

Nach dem Ruhetag wird die Jubiläumstour morgen Dienstag mit einer vergleichsweise einfachen Alpenetappe über 168 km von Vaison-la-Romaine nach Gap fortgesetzt. (si)

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