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Alles, was nicht 08/15 ist

Gut 25 Velofans führten ihre besten Stücke durch Winterthur spazieren.

Nach Zürcher und Lausanner Vorbild haben nun auch die Winterthurer eine kleine Velotour durch die Stadt organisiert, um mit dem sorgsam gepflegten Drahtesel auf Blickfang zu gehen – oder «einfach weil es Spass macht», wie es Organisator Cyrill Landolt ausdrückt. Einer der Ersten auf den Platz ist Marcel van Honschoten. Der Zeitungsausträger nutzt sein gelbes Postvelo zweckgemäss, denn von seinem Wohnort Dällikon aus verträgt er Zeitungen ins ganze Furttal. «Die meisten Leute schätzen es, dass ich nicht motorisiert unterwegs bin und am frühen Morgen nicht so viel Lärm mache», sagt der sportliche Niederländer. Nach und nach trudeln weitere, mehr oder weniger praktische Unikate und Sehens- würdigkeiten ein. Das «Eifel-Frame» scheint mit seiner Automatikschaltung genau das Richtige für eine Stadt, die auch ein paar Steigungen bietet. «Just for looking, not for cooking», meint Sjoern van Rooijen, der zweite Niederländer im Bunde, zu den Cruisern. Die extrem tiefgelegten Fahrräder mit riesigem Lenker sind zwar ohne Probleme fahrbar, enge Kurven und steile Strecken entpuppen sich jedoch als höchst mühsam. Ein bisschen wie aus einer anderen Zeit erscheint Cyrill Landolts Cruiser. An den rostbemalten Rahmen hat er selbst die Details geschraubt: Ein originaler Polizeisuchscheinwerfer aus den Sechzigern als Licht, ein Hanfstrick als Schloss und rund zehn Zentimeter dicke Reifen verleihen dem Velo einen Steampunk-Look. Veloliebe rostet nicht Nach ausgiebigem Fachsimpeln, Bewundern und Probefahren geht es los. Entlang der Vogelsangstrasse, über die Storchenbrücke und durch die Tössemer Quartiere gelangt der gemütliche Tross zum ersten Halt auf dem Parkplatz einer Fastfoodkette. Die Gelegenheit wird genutzt, um zu demonstrieren, dass ein Klappvelo in nur gut 30 Sekunden in ein handliches Päckli verwandelt werden kann. Marcel Ott outet sich als passionierter Sammler schöner Räder. 33 Stück hat er in seinem Velokeller gebunkert. «Es tut mir weh, wenn ich sehe, was die Leute mit ihren schönen Rädern machen. Früher habe ich die restaurierten Velos verkauft, aber die Lust ist mir vergangen, als sie aus dem Zürichsee gefischt werden mussten oder ich sie monatelang im Regen stehen sah», erklärt er sein kleines Museum im Keller. Eine gute Falle machen die Teilnehmer, die auch das passende Outfit zum Velo mitbrachten. Der bewusst gekleidete Hipster trägt Käppi und Halstuch passend zur Rahmenfarbe des Velos, das Retro-Damenrad kommt mit Petticoat. Erst der Anfang Nach einer guten Stunde ist das Tagesziel erreicht und der Nachmittag klingt bei einem kühlen Bier im Salzhaus aus. Der Dritte aus dem Land der Fahrräder und Organisator des Zürcher Style Ride, Jeroen van Rooijen, zieht Vergleiche: «Für Zürcher ist das Velo Lifestyleobjekt, hier in Winterthur behandelt man es eher als Transportmittel.» Als Pilotversuch war der Winti Cruise erfolgreich und vielleicht trauen sich nächsten Sommer einige mehr, die Strassen mit Spezialanfertigungen unsicher zu machen.

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