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Als Davos am stärksten war

OERLIKON. Mit dem 2:0 (0:0, 2:0, 0:0) über Davos erfüllten die ZSC Lions ihre Viertelfinalpflicht. Ab Dienstag spielen sie im Halbfinal gegen Fribourg.

Im letzten Frühling räumten die «ungesetzten» ZSC Lions zuerst die Nummer 2 der Qualifikation (Davos), dann Sieger Zug aus dem Weg. In der Folge kam es zum ersten Mal in der Schweiz zu einem Final aus der unteren Tableauhälfte (Bern/5. – ZSC Lions/7.). Dieses Jahr wird ein Team der Top 4 Meister – dafür sorgten auch die Zürcher. Sie mussten am Samstagabend, als alle vier Serien entschieden wurden, am längsten zittern. Fribourg hatte früh alles klargemacht, Bern ebenfalls, Zug ging in Führung – und im Hallenstadion hatte der HC Davos seine beste Phase. «Die ersten zehn Minuten des zweiten Drittels waren sie besser als wir», sagte Roman Wick. Aber dann kam jene Keilerei, in der Dino Wieser seine Nerven nicht in Zaum halten konnte, er bescherte den Zürchern das zweite Powerplay des Abends.

Wick und Mikko Lehtonen – das war erstaunlich genug gegen eine sonst bissige HCD-Defensive – durften sich vor Goalie Genoni postieren und ihm die Sicht nehmen. Lehtonen lenkte Shannons Schuss ab. Das erste Tor war für die Zürcher gefallen, und die Davoser waren vom Hoch ins Tief gefallen. Sie wussten auch, wie viel schwieriger ihre Aufgabe wurde. Denn wenn Zürich das erste Goal gelingt, dann ist es für eine offensiv zu wenig kreative Mannschaft wie Davos beinahe ein Ding der Unmöglichkeit, die Sache zu kehren.

Wicks grosser Auftritt

Und es folgte nachher jene Szene, die vielleicht stellvertretend für den Ausgang der ganzen Serie war. Roman Wick begab sich kurz vor der letzten Pause hinter dem Davoser Tor in einen Zweikampf mit dem grossen und kräftigen Matthias Joggi. Der Davoser, nicht zimperlich in seinen Mitteln, rüttelte einmal an Wick, ein zweites Mal, ein drittes Mal – der Zürcher gab einfach nicht nach und schüttelte seinen Gegenspieler ab. Wick passte vors Tor, wo Ambühl drei Sekunden vor der Pause zum 2:0 traf. Dieses Tor nahm den Davosern den Halbfinalwind definitiv aus den Segeln.

Wicks Aktion unterlegt es: Die Zürcher zeigen ihre Offensivkraft nicht nur auf spielerische Art und Weise, sie haben auch eine Menge Zweikampfhärte zu bieten. Das war wohl der Schlüssel zur Wende in der Serie.

Wick war mit sieben Skorerpunkten der erfolgreichste Spieler der Lions in diesem Viertelfinal. «Ich hätte alleine in Spiel 7 noch die eine oder andere Chance verwerten müssen», sagte er selbstkritisch. Der Flügel liess eine Penaltychance und eine zweite, fast identische Möglichkeit aus dem Spiel heraus aus.

Den Schlüssel zum Erfolg, zur Wende vom 1:3 zum 4:3 in der Serie, sah der ehemalige Klotener darin: «Wir sind in den letzten drei Partien so diszipliniert wie schon lange nicht mehr aufgetreten.» Angefangen habe alles mit dem Heimspiel vom letzten Dienstag. «Wir sagten uns: Vielleicht scheiden wir ja im Viertelfinal aus, aber sicher nicht ohne einen Heimsieg.» Und dann, bei diesem 5:1 gegen die Davoser, sei ihnen «ein Licht» aufgegangen. «Wenn wir die Scheibe hinter ihre Verteidigung bringen, haben wir sie im Griff. Wenn wir die Scheibe tief in ihrem Drittel halten, sind wir mit unseren technischen Fertigkeiten im Vorteil.»

So war es denn. Es spielte keine Rolle, dass Severin Blindenbacher im siebten Spiel seine zweite Sperre absass, es spielte keine Rolle mehr, dass Reto von Arx überraschend früh in die Davoser Aufstellung zurückkehrte. Es gab noch vereinzelte Davoser Versuche von Solisten wie Beat Forster, die mit der Brechstange eine Wende erzwingen wollten.

Nachdem Spiel 6 in Davos so etwas wie eine Partie der Vorsicht gewesen war, produzierten die beiden Mannschaften im ausverkauften Hallenstadion erneut lange Zeit ein Hin und Her, mit vielen Chancen.

Fribourger Erinnerungen

Ab Dienstag messen sich die Lions mit dem Qualifikationssieger Fribourg-Gottéron. Gegen den verloren sie in dieser Saison alle vier Spiele, in dessen Halle siegten sie seit dem 16. Oktober 2009 nie mehr (7 Niederlagen), gegen den verloren sie zuletzt viermal in Folge im Hallenstadion. «Also ist es Zeit, sie endlich wieder mal zu schlagen», sagt Wick. Die Gottéron-Stärken liegen in der Offensive, das weiss er. Und: «Es ist gut, dass auch sie sieben Spiele ausgetragen haben.»

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