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Als Ersatz eine Badi direkt am Rhein

Muss das Hallen- und Freibad tatsächlich aus finanziellen Gründen abgebrochen werden, braucht die Bevölkerung nicht auf dem Trockenen zu sitzen: Die Gemeinde könnte sich eine Flussbadi bauen. Wie es in Dachsen eine hat. Ein konkreter Vorschlag liegt vor.

Die Idee stammt vom Rhein­au­er Einwohner Andreas Jenni: «Eine Gemeinde, die zu drei Viertel vom Rhein umfangen ist, braucht eigentlich kein Hallenbad. Viele Leute schwimmen ohnehin lieber im Rhein.» Jenni, der seit Jahren in der SP des Bezirks Andelfingen engagiert ist, einige Zeit auch als Präsident, äussert seine Überlegungen in der Weinländer Mitte-Links-Zeitung «Die andere Seite». Er will seinen Vorschlag als persönliche Meinung verstanden haben. «Natürlich freut es mich sehr, wenn sich das bestehende Hallen- und Freibad erhalten lässt. Was aber nicht um jeden Preis vertretbar ist. Als Ersatz könnte die Gemeinde eine Badi direkt am Rhein bauen.» Für Jenni, der beruflich als Leiter des Amtes für Justiz und Gemeinden des Kantons Schaffhausen arbeitet, ist klar, dass Rhein­au eine Badi benötigt: als Erholungsmöglichkeit, zur Gesundheitsförderung, als Treffpunkt. Er wohnte früher in Dachsen: «Das Bad dort könnte als Vorbild dienen.» Jenni sieht in Rhein­au bereits den geeigneten Standort: nach der Rheinschleife, im Gebiet «Rüedifahr», etwa 400 Meter unterhalb des letzten Hilfswehrs. Hier befindet sich das Wasser, welches das Kraftwerk am Anfang der Schleife zur Stromerzeugung abzweigt, wieder im Rhein. Zur neuen Badeanlage würde an Land auch ein kleines Schwimmbecken gehören. Das Flussbad hätte die Gemeinde zu bauen. Für den Betrieb würde sie einen Pächter einsetzen. Der könnte auch einen Kiosk betreiben. Falls die bestehende Badeanlage tatsächlich nicht zu retten ist, lässt sich das 12?000 Quadratmeter grosse Areal, so Jenni, «sehr wohl auf sinnvolle Weise anders nutzen. Zum Beispiel für den Bau von Wohnungen.» Rhein­au verfüge nämlich heute kaum mehr über Bauland. Einzonungen seien nicht mehr möglich. Neuzuzüger wären aber zur Aufbesserung des Finanzhaushaltes der Gemeinde sehr willkommen. Kanton bietet keine Hilfe Zum Thema Hallen- und Freibad Rhein­au führt der Gemeinderat am nächsten Dienstag eine Orientierung durch. Angesichts der nötigen Investitionen und des jährlichen Betriebsdefizits und angesichts des im Kanton Zürich neu geregelten Finanzausgleichs ist es für die Behörde klar, dass das Bad aus der Gemeinderechnung verschwinden muss. Weil der Kanton, der sich beim Bau vor 40 Jahren stark engagiert hatte, heute nicht Hand zur Rettung bieten will, sieht der Gemeinderat als einzige Lösung den Abbruch. Käme als Ersatz ein Flussbad in Frage? Gemeindepräsident Gerhard Gsponer: «Das ist für uns noch kein Thema. Wir wollen Schritt um Schritt vorgehen.»

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