Zum Hauptinhalt springen

America’s Cup bleibt in den USA

SAN FRANCISCO. 8:1 hatte das Team Neuseeland geführt, die Vorbereitungen für den Transport des America’s Cup liefen – und waren doch noch vergebens. Denn Team Oracle macht die Wende im America’s Cup perfekt. Im Laufe ihrer Aufholjagd wehrten sie, die mit zwei Strafpunkten gestartet waren, sieben Matchbälle der Neuseeländer ab, und im entscheidenden Rennen gestern trafen die Titelverteidiger 55 Sekunden vor dem Herausforderer im Ziel ein. Vom 1:8 zum 9:8 – damit setzten sie dem äusserst dramatischen Duell um den 34. Cup eine Krone auf, ganz nach dem Geschmack der Amerikaner.

Die Segler aus Neuseeland um Skipper Dean Barker konnten die bemerkenswerte Aufholjagd der Crew um Jimmy Spithill auch im letztmöglichen Moment nicht stoppen. Im Gegenteil: Team Oracle wehrte in der 19. und letzte Regatta auch den achten Matchpunkt souverän ab. Die Amerikaner hatten zum Schluss den schnelleren Katamaran und nutzten dies gnadenlos aus. Die Neuseeländer machten zwar alles richtig. Sie gewannen den Start und verteidigten die Führung auf den Parcours mit dem Wind im Rücken. Auf der Kreuz hingegen blieben sie gegen Oracle chancenlos. Die Amerikaner holten Wende um Wende Meter auf und waren auf dem Amwind-Kurs um eine halbe Minute schneller. Unter diesen Voraussetzungen nützte auch das beste Taktieren nichts mehr. Die Finalissima, die bei starken Winden um die 20 Knoten stattfand, war gelaufen. Auf dem Weg Richtung Ziel bot sich den Neuseeländern keine Gelegenheit mehr, um aufzuschliessen. Aus einem Vorsprung von drei Sekunden bei der zweiten Marke wurde ein Rückstand von 25 bei Wende 3, beim vierten «Gate» betrug die Differenz 39 Sekunden.

Erst zum dritten Mal in der 162-jährigen Geschichte in der Auseinandersetzung um die älteste Sporttrophäe der Welt ging die Serie über die volle Distanz: 1920 setzte sich die amerikanische Jacht Resolute 3:2 gegen die britische «Shamrock IV2 durch, 1983 beendete «Australia II» dank der Innovation mit einem Flügelkiel die 132-jährige Dominanz der Amerikaner mit einem 4:3-Sieg über «Liberty».

Der Oracle-Boss und Milliardär Larry Ellison, der nach einem zermürbenden Rechtsstreit und einem anschliessenden Duell gegen Alinghi 2010 die Silberkanne in die USA zurückgebracht hat, wird im Segelsport weiterhin den Ton angeben. Die Neuseeländer hatten Pech mit den Winden, sie lagen in der 13. Regatta klar in Führung, als wegen Überschreitens des Zeitlimits abgebrochen wurde. (si/red)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch