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Amerika fürchtet «Blitzkrieg»

Boston. Die russische Mafia erklärt den USA den virtuellen Krieg. Mit einem Virus namens «Operation Blitzkrieg» sollen amerikanische Banken ange­griffen werden. Das Virus hat sich bereits verbreitet und soll im Frühling ausbrechen.

Die USA werden von russischen Internetkriminellen bedroht. Sicherheitsexperten warnen vor einem Angriff auf mindestens 30 amerikanische Banken, bei dem Millionen von Dollar erbeutet werden sollen. Der Virus mit dem Namen «Operation Blitzkrieg» sei so programmiert, dass er kleine Beträge von Konten abhebt. Dazu werden die Computer der Kontoinhaber virtuell dupliziert. Auf diese Art werden die Sicherheitsmassnahmen der Banken umgangen.

Die Internetsicherheitsfirma Mc Afee wies gestern dar­auf hin, dass sich das Virus bereits auf zahlreichen Computern und Smartphones befinden würde. Sein Ausbrechen wird für Frühling erwartet. «Unsere Spezialisten arbeiten schon seit Monaten daran», erklärte Vizepräsident Pat Calhoun. «Ihren Erkenntnissen nach sind bereits 300 bis 500 Geräte in den USA infiziert.»

RSA, die Sicherheitsabteilung des Speicherherstellers EMC Corporation, hatte bereits im Oktober auf die Bedrohung hingewiesen. Der Bericht von McAfee baut auf den Erkenntnissen aus dem Hause RSA auf. Dort wurden auch bereits die Banken benannt, die von einem Angriff betroffen sein könnten. Es soll sich um Chase, Citibank und Wells Fargo handeln.

Kunden nicht haftbar

Die amerikanischen Verbraucher sind aufgrund der Meldungen nicht beunruhigt. Laut Gesetz sind sie für Verluste auf ihren Konten nicht haftbar. Die Banken sind umso besorgter. Sie sind bereits seit geraumer Zeit Angriffen aus dem Internet ausgesetzt. «Ständig werden Banken angegriffen, mal mit kleineren, mal mit grösseren Auswirkungen. Die Öffentlichkeit kriegt das gar nicht mit», erläutert Bill Wansley, Experte für Internetsicherheit bei Booz Allen Hamilton. Sicherheit ist eines der Hauptanliegen der Banken. «Es ist der Kern unserer Aufgabe», bestätigt Sara Hawkings, Sprecherin von Wells Fargo. «Unsere Kundendaten zu schützen, ist die Grundlage unseres Geschäfts. Wir haben unsere Augen ständig offen, identifizieren Bedrohungen und handeln wenn nötig.»

Beim Projekt Blitzkrieg soll es sich um die Erfindung der russischen Mafia handeln. Einige der Verbrecher stellten gar einen Film bei Youtube ins Internet und gaben an, amerikanische und europäische Konten zu plündern. «Das Ziel ist, in grossem Rahmen aktiv zu werden, bevor weitere Sicherheitsmassnahmen implementiert werden», soll ein russischer Internetkrimineller mit dem Tarnnamen «vorVzakon» gesagt haben. Das berichtet zumindest Brian Krebs, ein Experte für Internetkriminalität. Der Name bedeutet «Dieb im Gesetz», ein Begriff, mit dem sich Mitglieder der russischen Mafia bezeichnen. «vorVzakon» selbst sei inzwischen nicht mehr im Internet aufzufinden, erklärt Krebs. «Das könnte bedeuten, dass die Pläne auf Eis gelegt wurden oder dass das Projekt heimlich weiterentwickelt wird.»

Auch Europa muss bangen

Amerikanische Banken scheinen für die Angriffe bei der Operation Blitzkrieg gut geeignet, da lediglich ein Passwort für den Zugang benötigt wird. Bei europäischen Instituten sind es zwei. Europäische Institute können sich aber trotzdem nicht in Sicherheit wiegen. Erst kürzlich wurden durch ein Virus 36 Millionen Euro von 30 europäischen Banken gestohlen. Über Mobiltelefone und Computer wurden 30 000 Onlinekonten angegriffen.

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