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Ammanns Steigerung

Lillehammer. Nach einem 13. Platz zum Saisonauftakt am Samstag ist Simon Ammann mit Rang 6 auf der Grossschanze die erhoffte Steigerung gelungen. Den Sieg holte sich der Österreicher Gregor Schlierenzauer.

Nach einer langen Vorbereitungsphase legten die Skispringer an diesem Wochenende in Lillehammer erstmals ihre Karten auf den Tisch. Vorhersagen darüber, wer leistungsmässig wo steht, waren nicht zuletzt aufgrund der neu vorgeschriebenen engeren Anzüge noch schwerer zu machen als ohnehin schon. Für Simon Ammann reichte es am Auftaktwochenende zwar noch nicht für ganz nach vorne, das zweite Einzelspringen in Lillehammer lieferte ihm jedoch die Gewissheit, dass er sich voll im Fahrplan befindet.

Nach seinem Vorstoss in die Top 10 wollte der vierfache Olympiasieger von Erleichterung zwar nichts wissen. Die Freude darüber, dass er gestern nach dem bescheidenen 13. Platz auf der Normalschanze einen Schritt nach vorne machen konnte, war ihm gleichwohl vom Gesicht abzulesen. Nach beiden Versuchen vom grossen Bakken ballte der 31-jährige Toggenburger die Faust. Dass er im Finaldurchgang noch um zwei Plätze zurückfiel, änderte nichts an der Tatsache, dass Ammann die anstehenden Aufgaben nun mit einem guten Gefühl angehen kann.

«Ich bin nun eher da, wo ich mich sehe», resümierte der Schweizer Teamleader nach dem Wettkampf auf der Grossschanze in der Olympiastadt von 1994, wo er bereits dreimal einen Weltcupsieg bejubeln durfte. Wie bereits am Samstag auf der Normalschanze erwischte er den Schanzentisch beim zweiten Versuch nicht optimal. Sein Trainer Martin Künzle zollte ihm danach aber dennoch Lob, denn dank einer formidablen Arbeit während der Flugphase landete Ammann erst bei 134 m. «Dass ich noch diese Weite erreicht habe, stimmt mich sehr zuversichtlich. Dar­auf baue ich nun auf», freute sich der Toggenburger, der im zweiten Umgang nur drei Meter unter der Bestweite von Gregor Schlierenzauer blieb. Künzle zog denn auch ein positives Fazit, was die Leistung Ammanns betrifft. «Für Simon war es ein Schritt nach vorne. Der erste Durchgang mit 135,5 m war sehr stark, vor allem wenn man bedenkt, dass er unten keinen wahnsinnig guten Wind hatte.»

Deschwanden abgeschlagen

Wesentlich weiter weg als Ammann von Platz 3 – ihm fehlten rund drei Meter – war der zweite Schweizer von einer Klassierung unter den ersten 30. Gregor Deschwanden kam nach einem Sprung auf 124 m nicht über Platz 44 hinaus und muss damit nach wie vor auf die erstmalige Teilnahme an einem Finaldurchgang warten. Die Enttäuschung des 21-jährigen Innerschweizers war umso grösser, weil er in der Qualifikation nur anderthalb Meter weniger weit gesprungen war als Ammann. Ein Wochenende zum Vergessen erlebte mit Marco Grigoli der dritte Schweizer Starter in Lillehammer. Der Engadiner, von Swiss-Ski vor der Saison als Nummer 2 hinter Ammann eingestuft, scheiterte zweimal bereits in der Qualifikation.

Schlierenzauer hauchdünn

Mit Weiten von 141 und 137 m feierte Gregor Schlierenzauer auf dem grossen Lysgardsbakken in Lillehammer den 41. Weltcupsieg seiner Karriere. Am Ende entschieden 0,1 Punkte zugunsten des Tirolers und gegen den norwegischen Halbzeitleader Anders Fannemel, der erstmals nach einem Einzelwettkampf an einer Siegerehrung teilnehmen durfte. Schlierenzauer wirkte nach dem Sieg gelöst. Nach einem für seine Ansprüche unbefriedigenden Abschneiden auf der Normalschanze (Rang 8) hatte er viel analysiert. «Ich bin froh, dass kleine Veränderungen in der Anfahrtshocke so viel bewirkt haben», erklärte der 22-Jährige, dem nur noch fünf Weltcuperfolge fehlen, um mit dem Finnen Matti Nykänen in der «ewigen» Bestenliste gleichzuziehen (Schlierenzauer vs. Nykänen 41:46).

Dank Platz 3 übernahm Thomas Morgenstern mit 140 Punkten die Führung im Gesamtweltcup. Als einziger Springer durfte der Österreicher am Auftaktwochenende zweimal auf das Podest steigen. Auf der Normalschanze musste er nur dem Deutschen Severin Freund den Vortritt lassen. Dieser konnte 24 Stunden nach seinem dritten Weltcupsieg nicht nachdoppeln. Nach einem verpatzten ersten Durchgang kam Freund auf der Grossschanze nicht über den 16. Rang hinaus. (si)

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