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An der Spitze zurückgemeldet

Kranjska Gora. Mit einem Sieg löste Felix Neureuther vor dem letzten Rennen Marcel Hirscher als Leader im Slalom-Weltcup ab. Die Schweizer enttäuschten in Slowenien.

Im Slalom war die Schweizer Ausbeute sogar noch geringer als am Samstag. Nachdem im Riesenslalom Elia Zurbriggen als 22. einen «Nuller» abgewendet hatte, gelang dies im Slalom Ramon Zenhäusern. Der Walliser war am Morgen mit Nummer 48 auf den 26. Rang vorgeprescht, ehe er im Final noch zwei Plätze gutmachen konnte.

Luca Aerni, bei Halbzeit auf Platz 15, fädelte im zweiten Lauf ein. Als Trost bleibt dem Berner, dass er sich im Slalom als einziger Schweizer für den Weltcupfinal in der Lenzerheide qualifiziert hat. Am letzten Mittwoch hatten er und der Walliser Daniel Yule im Slalom der Junioren-WM in der Slowakei Silber und Bronze geholt. Yule scheiterte gestern bereits im ersten Lauf.

Wäre Elia Zurbriggen im Riesenslalom nur um zwei Hundertstel langsamer gewesen, wäre die Schweiz im Final gar nicht vertreten gewesen. Denn Carlo Janka, der 2011 in Kranjska Gora seinen bisher letzten Weltcupsieg gefeiert hatte, war nach 50 Fahrsekunden ein Innen­skifehler zum Verhängnis geworden. Wenigstens hatte der Bündner, dessen 6. Platz in Beaver Creek immer noch der einzige Schweizer Top-Ten-Platz des Winters im Riesenslalom ist, insofern Glück, als dass er sich als 25. gerade noch für den Weltcupfinal qualifizierte.

Deutscher Doppelsieg

Für Felix Neureuther war sein neunter Weltcupsieg ein ganz besonderer. Der Februar war für ihn überhaupt nicht nach Wunsch verlaufen. Vor der Abreise nach Sotschi hatte er bei einen Autounfall ein Schleudertrauma und Prellungen erlitten. Deshalb konnte er an den Winterspielen sein Potenzial nicht ausschöpfen und blieb ohne Medaille.

Der Bayer gab zu, dass es nicht einfach gewesen sei, die Enttäuschung von Sotschi zu verkraften. Schliesslich sei er vor dem Unfall in der Form seines Lebens gewesen. Deshalb sei er nun umso stolzer, dass er sich auf diese Weise an der Spitze habe zurückmelden können. Mit seinem jüngsten Coup schloss er auch zum bislang erfolgreichsten Deutschen im Weltcup auf. Markus Wasmeier hatte ebenfalls neun Siege realisiert.

Olympiasieger Mario Matt, Führender bei Halbzeit, schied im Final kurz vor dem Ziel aus und zog sich dabei eine Wadenverletzung zu. So hatten am Ende die Deutschen Grund zur doppelten Freude. Denn Fritz Dopfer, der in Sotschi Bronze um fünf Hundertstel verpasst hatte, wurde Zweiter. Damit standen erstmals seit 1974 wieder zwei DSV-Fahrer auf einem Slalom-Podest.

Dritter wurde wie schon im Riesenslalom am Samstag der Norweger Henrik Kristoffersen. Der Aufsteiger der Saison lieferte damit nach Olympiabronze im Slalom und zweimal Gold in den technischen Disziplinen an der Junioren-WM einen weiteren Beweis seiner Klasse. Und indem er sich zweimal vor Marcel Hirscher klassierte, leistete er seinem Landsmann Aksel Lund Svindal gewissermassen auch Schützenhilfe im Hinblick auf den Gesamtweltcup.

Hirscher, dem in Slowenien laut eigener Aussage die Lockerheit abging, übernahm zwar nach Platz 4 im Riesenslalom und Rang 5 im Slalom die Führung, liegt aber nur vier Punkte vor Svindal, der im Riesenslalom 17. wurde. Dafür musste sich der Salzburger in der Slalom-Wertung von Neureuther um fünf Punkte überholen lassen und im Riesenslalom halbierte sich sein Vorsprung auf Ted Ligety auf 50 Punkte.

Ligetys Rekord

In Kranjska Gora hatte Ted Ligety bereits 2008, 2009, 2010, 2012 und 2013 den Riesenslalom gewonnen, nun folgte mit seinem vierten Saisonsieg der sechste Streich des Olympiasiegers. Damit ist der Amerikaner der Erste, der am gleichen Ort und in einer Disziplin sechsmal siegreich war.

Mann des Tages war neben Ligety Benjamin Raich, der den Riesenslalom in Kranjska Gora auch schon viermal gewonnen hat, zuletzt 2007. Mit Bestzeit stürmte der 36-jährige Pitztaler in seinem 420. Weltcuprennen vom 17. bis auf den 2. Rang vor und kam bis auf 18 Hundertstel an Ligety heran. Es war Raichs erster Podestplatz seit seinem Super-G-Sieg in Crans-Montana im Februar 2012. Ob er weitermacht, will der Lebenspartner von Marlies Schild erst im Sommer entscheiden. (si/red)

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