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An Schalke abgeprallt

Weil er gegen Schalke nichts zustande brachte, halfen dem FCB selbst zwei grosse Siege gegen Chelsea nicht in die Achtelfinals der Champions League.

Sie konnten nicht sagen, wegen des Schiedsrichters ausgeschieden zu sein. Aber es war auch klar, dass sie vom italienischen Trio benachteiligt und um einen Teil ihrer Chancen gebracht worden waren. So war das Scheitern des FCB im Kampf um einen Platz in den Achtelfinals der Champions League zu sehen. Die Chance, zu den Top 16 Europas zu gehören, verpasst zu haben – das war das eine. Die realistische Zufriedenheit, mit Platz 3 die Sechzehntelfinals der Europa League erreicht zu haben, war das andere. Man kann also sagen, der Schweizer Meister stehe auf der Schwelle zwischen K.-o.-Phase der Champions League und jener der Europa League – er gehöre also zur weiteren Spitze im europäischen Klubfussball. Es war eine weitere sehr solide Leistung der Basler auf internationaler Ebene. Aber es braucht mehr, die Achtelfinals der «Königsklasse» zu erreichen, als sie boten. Vor zwei Jahren haben sie einen «Giganten» wie Manchester United eliminiert. So hoch wäre diesmal die Hürde namens Schalke nicht gewesen, aber genau gegen diesen Gegner war der FCB nicht zu seinem Besten fähig. Auch am Mittwoch nicht, ungeachtet des in der Tat unsäglichen Schiedsrichters. Die Entscheidung gegen Schalke Zwei Siege gegen die Nummer 1 der Gruppe, Chelsea, der sonst keinen Punkt abgab – das war eine starke Leistung. Aber sie wurde – kaum zufällig – abgeliefert in jenen Matches, in denen die Basler der Aussenseiter waren, einen Gegner vorfanden, der ihnen Räume zur Spielentwicklung liess. Und in denen sie keinesfalls Opfer einer Erwartungshaltung werden konnten, die bald einmal zu hoch sein konnte. Zwei Unentschieden gegen die Nummer 4, Steaua Bukarest – das war eher mässig, obwohl die Rumänen zumindest in Basel zu einer starken Leistung fähig waren. Aber es war halt auch mental schwierig, als Favorit gegen einen Gegner durchaus internationalen Zuschnitts gleich vier oder gar sechs Punkte zu holen, was ja selbst Trainer Murat Yakin wenn nicht als Erwartung, so doch als Ziel formuliert hatte. Was der FCB gegen Steaua hätte erreichen müssen: einen Sieg in Bukarest mit der Basis der Führung nach der klar überlegen gestalteten ersten Halbzeit. Zwei Niederlagen gegen den direkten Konkurrenten um Platz 2, Schalke – das war die Entscheidung. Es war gewiss auch eine Frage der Konstellation. Gegen die Deutschen musste der FCB jeweils nach den Coups gegen Chelsea antreten. Das trieb die Erwartungen in gefährliche Höhen, und dies gegen eine Mannschaft, die noch immer der weiteren Spitzengruppe der Bundesliga angehört, die in ihrer bekannt schwierigen Lage aber selbst gegen eine Schweizer Mannschaft vorsichtig bis defensiv ausgerichtet antrat. In Basel war das die Strategie, die den Schalkern gar ein 1:0 statt des angestrebten einen Punkts eintrug; erfolgreich auf Abwarten spielten sie dann auch daheim. Es war offensichtlich: Ein Verein wie der FCB muss mehr seines Potenzials ausschöpfen als einer wie Schalke, um dasselbe zu erreichen. Dazu war er in diesen zwei Direktbegegnungen, bei dieser Konstellation nicht fähig. Deshalb prallte er an Schalke ab. «Wir haben trotz allem bewiesen, mit den grossen Mannschaften auf Augenhöhe zu sein», urteilte Torhüter Yann Sommer auch am Tag nach dem Ausscheiden. Fabian Frei, der ehemalige FCW-Junior, konnte nach seinem 45-minütigen Auftritt als Innenverteidiger – von Ivan Ivanovs Platzverweis bis zu Arlind Ajetis Einwechslung – feststellen: «Jetzt habe ich alle Positionen durch.» Das sei das «einzige Positive» für ihn, aber Innenverteidiger sei natürlich nicht «meine Position». Arbeit in der Winterpause Für die Auslosung der Sechzehntelfinals am Montag sind die Basler dank ihres starken Uefa-Rankings gesetzt, wie die zwölf Gruppensieger der Europa League, wie drei weitere «Absteiger» aus der Champions League. Aber es gibt unter den Ungesetzten auch die Italiener Juventus und Napoli. Immerhin gibt es unter den, ebenfalls ungesetzten, Gruppenzweiten sehr wohl Gegner, die weniger hoch einzustufen sind als der FCB: Maribor, Tschernomoretz Odessa oder Esbjerg. Und auch Maccabi Tel Aviv, dem die Basler schon in der Qualifikation zur Champions League – siegreich – begegneten. Zur Jahresbilanz wird aber auch gehören, ob der FCB am Samstagabend nach dem Spitzenspiel gegen Luzern als «Wintermeister» feststeht oder nicht. Dann folgt die kurze Winterpause, in der die Führung auch nicht beschäftigungslos bleiben wird. Denn es beschäftigt sie – ungeachtet der Resultate zwischen Champions und Europa League oder der aktuellen Klassierung in der Meisterschaft – der «Fall» Yakin. Der Trainer gibt, man muss es so sagen, trotz aller Erfolge mit seiner Art der Klubspitze einiges zu studieren. Und welches die Ergebnisse dieser Studien sein werden, ist offen.

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