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angerichtet Liebe Grüsse an Gault Millau

von Marc Leutenegger

Risottoküchlein mit Kalbsbraten und Guacamole! Wenn uns die Küche solche Grüsse schickt, sind wir richtig, denken wir, und die Begleitung gibt ein erstes Mal ein Urteil ab, das uns durch den ganzen kulinarischen Dreiakter begleiten wird: «Mmmm!» Schauplatz der gelungenen Auftaktszene ist das zum Bersten volle Restaurant Akazie. Die Gäste scheinen – clever wie wir – alle reserviert zu haben. Alles redet heiter durcheinander. Die Geräusch­kulisse verstärkt die Erwartungen.

Ebenso die Karte. Sie ist kurz, mit Einflüssen aus dem erweiterten Mittelmeerraum und vielen saisonalen Zutaten. Alternativ gibt es ein Abendmenü, das sich als Drei- bis Fünfgänger aus acht Gerichten zusammenstellen lässt (63 bis 79 Franken). «Saibling vor RindsentrecÔte?» – natürliche gehe das, versichert der Kellner freundlich, und damit ist die Fisch-Fleisch-Combo auch schon bestellt. Die Begleiterin wählt à la carte den marokkanischen Karottensalat (12.50) und das Lammfilet mit Spätzli (43).

Das Gespräch kehrt dann immer wieder unwillkürlich aufs Essen zurück. «Mmmm, probier mal!» Wir einigen uns, im Internet nach einem Rezept für den Karottensalat zu suchen – der mit Granatapfelkernen und Rosinen recht distinkt daherkommt. Der Saibling ist schön zart, der Spinat, auf dem er liegt, kurz blanchiert. Auch beide Fleischgänge sind tadellos gemacht, nur nicht nach unseren Präferenzen verteilt, wie wir zu spät feststellen.

Beim Dessert stimmt die Rollenverteilung dann wieder: Das Ananascarpaccio mit einer Kugel weissem Schokoladeneis (im Menü) ist nach Fisch und Fleisch gerade so zu bewältigen. Die Begleitung dagegen hat nach Salat und Lamm noch Platz für einen kleinen Coupe Dänemark (10.50). Inklusive der Getränke bleibt am Ende eine Rechnung über 165 Franken und die Gewissheit, dass die «Akazie» nach wie vor zu den lohnendsten Adressen in der Stadt gehört, auch wenn sie im Gault Millau seit 2010 keine Erwähnung mehr findet. In diesem Sinne seien die Testesser des Gastroführers freundlich gegrüsst.

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