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Annäherung an die Streif

Zwei Tage nach dem starken Ergebnis am Lauberhorn liessen es die Schweizer im ersten Training zur Hahnenkamm-Abfahrt in Kitzbühel vorsichtig angehen.

Derweil Kjetil Jansrud, der norwegische Leader im Abfahrts-Weltcup, eine überlegene Bestzeit realisierte, mochten die Schweizer noch nicht ans Limit gehen. Am Lauberhorn waren die Schweizer Männer in der Endabrechnung mit sieben Mann in den Top 12 vertreten gewesen, in Kitzbühel aber in der ersten Übungsfahrt landete ihr bester Athlet, Carlo Janka, erst auf Position 12. Doch zählen wird es erst beim Jubiläum am Samstag, wenn die 75. Abfahrt auf der Streif auf dem Programm steht.

Carlo Janka meisterte die Schlüsselstellen im oberen Bereich, Mausefalle und Einfahrt Steilhang, sehr gut. Seine Problemzone bleibt die Traverse vor dem Zielschuss beziehungsweise deren Einfahrt. An dieser Stelle kam er schon in den letzten Jahren nie zurecht, und auch im ersten Training gelang ihm die Passage nicht wie gewünscht: «Das muss ich mir erneut gut anschauen. Ich hatte diesmal zu wenig Richtung.» Als Zwölfter war er zwar bester Schweizer, aber er verlor bereits über zweieinhalb Sekunden auf den entfesselten Jansrud, der in diesem Winter immer möglichst schnell den Tritt finden möchte. «Man weiss ja nie, wie viele Trainingsfahrten es geben wird», meinte der Norweger.

Heute jedenfalls wird Jansrud wie alle seine Kollegen pausieren können. Es wird nur noch ein weiteres Training am Donnerstag geben. Der zusätzliche Ruhetag soll die zuletzt ziemlich strapazierten Athleten etwas entlasten.

Schon in Lake Louise, Beaver Creek und Wengen hatte Jansrud mit Bestzeiten im Training geglänzt. Zum Sieg reichte es ihm aber nur in den ersten beiden Abfahrten. Im Berner Oberland wurde er Fünfter. Jansrud nahm dem österreichischen Vorjahressieger und Lauberhorn-Gewinner Hannes Reichelt eine gute halbe Sekunde ab, der Rest sah sich sogar über eineinhalb Sekunden und mehr distanziert.

Leichte Änderungen

Die Streif präsentierte sich leicht modifiziert, unter anderem mit zwei neuen Wellen beim Übergang in den Steilhang und einem Sprung vor der Traverse. «Extrem viel», so Janka, «hat sich aber nicht verändert.» Die grösste Schwierigkeit am Dienstag bot vielmehr das schlechte Licht unter einem bedeckten Himmel. «Ich konnte die Wellen kaum erkennen», befand der Glarner Patrick Küng, der als 18. viertbester Schweizer war, noch vor Beat Feuz (22.). Der Emmentaler nahm sich – 48 Stunden nach seinem 2. Platz in Wengen – bewusst etwas zurück: «Ich muss auf meinen Körper achten und kann nicht ständig voll attackieren.»

Ein sehr ansprechendes Trainingsergebnis realisierte der Bündner Mauro Caviezel, der mit Nummer 38 zeitgleich mit Didier Défago als 13. gestoppt wurde. Der ältere Bruder von Gino Caviezel, der sich über die Kombination das WM-Ticket für Beaver Creek bereits gesichert hat, fährt erst zum zweiten Mal auf der Streif. Im Vorjahr war er ausgefallen, doch nun kann er ohne jeglichen Druck antreten. «Mit der Teilnahme an den Weltmeisterschaften habe ich ein erstes Saisonziel schon erreicht. Das gibt Ruhe und hilft mir auch für die anderen Disziplinen.»

Sandro Viletta, seit Mitte Dezember wieder von Rückenbeschwerden geplagt, schwang unmittelbar nach dem Start ab. So erfüllte er die Pflicht, zumindest einen Trainingslauf bestritten zu haben, und konnte sich trotzdem schonen.

Hohe Einschaltquoten

Die Lauberhorn-Abfahrt vom vergangenen Sonntag übrigens bescherte nicht nur dem Schweizer Team ein grossartiges Mannschaftsergebnis, sondern dem Schweizer Fernsehen auch Traumeinschaltquoten. Zu Spitzenzeiten sahen sich 1,11 Millionen Zuschauer den Klassiker an, im Schnitt war es immer noch fast eine Million Zuschauer (988 000). Der Marktanteil betrug über 70 Prozent. si

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