Zum Hauptinhalt springen

Archäologen heben Zürcher Pestgräber aus

Bedeutende Zeitzeugen der ehemaligen Fraumünsterabtei haben die Archäologen der Stadt Zürich beim heutigen Stadthaus und beim Fraumünster gefunden. Seit über einem Jahr gräbt das 30-köpfige Team in dem Gebiet.

Bei den Funden handelt es sich um eine gut erhaltene Mauer und um mehrere Skelette, wie die Stadt am Dienstag mitteilte. Die Mauer stammt von der einst mächtigen Fraumünsterabtei, die im 9. Jahrhundert gegründet wurde und bis ins 19. Jahrhundert bestand. Dann wurde sie gleichzeitig mit dem so genannten "Kratzquartier" abgerissen, um Platz für die heutigen Neorenaissance-Bauten zu machen. An ihrer Stelle steht heute das Stadthaus. Gott als Baumeister Die 25 Meter lange Mauer hat einen leicht kurvigen Verlauf, was wohl an den topografischen Verhältnissen liegt. Die Fraumünsterkirche und die Klosteranlage befanden sich damals auf einer Halbinsel zwischen Limmat und See. Die Aussenmauern waren wohl deshalb gekrümmt. Der Legende nach soll Gott hier selber als Baumeister gewirkt haben. Er soll ein grünes Seil vom Himmel herunter gelassen haben, das einen Ring auf dem Boden bildete. Dieser Ort wurde dann als Bauplatz für das Frauenkloster auserkoren. Gräber mit Pest-Toten Erwartungsgemäss fanden die Archäologen auch Gräber. Die Überreste stammen vom kleinen Friedhof des äusseren Klosterhofes, der bis 1845 genutzt wurde. Neben sorgfältigen Einzelbestattungen, beispielsweise von einem etwa zehn Jahre alten Knaben, wurden auch unsorgfältig angelegte Gräber mit mehreren Verstorbenen gefunden. Sie dürften aus dem 16. oder 17. Jahrhundert datieren, als in Zürich die Pest wütete. Die Grabungen dauern noch bis April. Eine Auswahl der besten Fundstücke wird gleich im Anschluss in einer temporären Ausstellung im Landesmuseum ausgestellt.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch