Winterthur

Archhöfe müssen über die Bücher

Der Leiter der Archhöfe kündigt einen ­Umbruch an; das Center ­versucht es mit einem neuen Konzept. Die Leerstände sind weiterhin hoch, das soll sich ändern.

Abgedeckte Schaufenster prägen in den Archhöfen derzeit das Bild.

Abgedeckte Schaufenster prägen in den Archhöfen derzeit das Bild. Bild: Enzo Lopardo

Trotz des Verkehrsrauschens der Technikumstrasse und 30 Grad im Schatten: Im Gartencafé mit üppiger Pflanzendeko liess sich diesen Sommer auf einem recht belebten Archplatz entspannt auf den Feierabend anstossen.

Das Center-Management fährt seit zwei Jahren eine offensive Marketing-Kampagne, um mehr Kundinnen und Kunden ins jüngste Shopping-Center der Stadt zu locken. Vier Jahre nach der Eröffnung waren die Umsätze 2017 gar erstmals leicht gestiegen. Das Problem mit den Leerständen aber blieb.

Fast 20 Prozent leere Fläche

Nach einigen Wechseln in den letzten Jahren stören leere Läden die Atmosphäre derzeit mehr denn je. Auf jeder Etage sind Schaufenster mit bunter Abdeckfolie abgeklebt. «Bald gibt es hier Neues zu entdecken» versprechen diese zwar, verdunkeln die Mall aber dennoch ungemütlich. Sieben Läden stehen derzeit leer, insgesamt 1700 Quadratmeter, fast ein Fünftel der Ladenfläche.

«Wir befinden uns zurzeit in einem herausfordernden Prozess»

Im EG sind kürzlich die Kleiderläden Jack&Jones und Superdry verschwunden, der (zweite) Ochsner-Sport-Ausstellungsraum ist weg und der Schuhladen nebenan längst auch. Einen Stock höher haben der Damenmode-Laden «Phase Eight» sowie ein kleiner Kosmektika Shop aufgegeben, und im 2. OG klafft beim ehemaligen «Depot» nach wie vor die grösste Lücke.

Beim «YourArtPlace», wo letzten Herbst regionale Künstler temporär ausstellen konnten, hängen ein paar beliebige Fotoportraits, sie kaschieren die 370 Quadrameter grosse, leere Fläche dahinter.

Bonjour tristesse? Center-Manager Stefan Styger von der Immobilienfirma Wincasa schaut lieber nach vorne. Die Weichen werden aber neu gestellt. «Wir befinden uns zurzeit in einem herausfordernden Prozess, den Shopping-Teil der Archhöfe für die Zukunft aufzustellen und neu zu positionieren», schreibt er auf Anfrage.

Noch in diesem und im nächsten Jahr werde man «einige neue Mieter» verkünden können, mit zwei «Grossen» liefen derzeit Vertragsverhandlungen. Inhaltlich verrät Styger zur Neupositionierung nur soviel: Ein Bereich widme sich ganz dem Fashion-, Beauty- und Style-bewussten Mann. Ein Konzept, das sich andernorts schon bewährt habe.

Auf die Archhöfe setzen zu wollen, scheint die Food- und Restaurant-Kette Asiaway, nach eigenen Angaben eine der grössten Grosshandelsfirma für asiatische Lebensmittel in der Schweiz mit Filialen in Zürich, St. Gallen und Luzern. Ende September wird Asiaway im ehemaligen Thai-Restaurant Cha Cha ihr Lokal eröffnen, im hohen Saal mit grosser Fensterfront auf den Archplatz hinaus. Den Take-Away im EG übernimmt man ebenfalls.

Neues aus der Altstadt

Auch in der Altstadt-Lädeli-Szene tut sich was (siehe Karte ). Bei den grossen leeren Ladenflächen am Untertor lassen sich die Immobilienbesitzer zwar noch nicht in die Karten blicken – «Die Verhandlungen laufen» – heisst es dort, bei den kleinen Lokalitäten ist hingegen mehr bekannt.

Am Oberen Graben zum Beispiel erweitert das Restaurant Schäfli. Dort wird die Wand hinüber zum ehemaligen China-Take Away durchgebrochen, um das Verhältnis an Innen- und Aussensitzplätzen etwas anzugleichen.

An die Steinberggasse ziehen zwei neue Läden. In der ehemaligen Kontaktbar Red House zum Beispiel eröffenet ein Geschäft, das mit nicht weniger als sechs Herzen im Logo für süsse Verlockungen wirbt – allerdings ganz ohne Ruch: Es ist eine Cup-Cake-Bäckerei mit Café.

Wie verändert sich die Winterthurer Altstadt? Die rot eingefärbten Gebäude befinden sich im Wandel. Wer kommt, wer geht? Klicken Sie für nähere Informationen auf die Gebäude.

(Der Landbote)

Erstellt: 07.09.2018, 15:53 Uhr

Etwas gesehen, etwas geschehen?

Haben Sie etwas Spannendes gesehen oder gehört?
Schicken Sie uns ihr Bild oder Video per E-Mail an webredaktion@landbote.ch oder informieren Sie uns telefonisch unter der Nummer 052 266 99 85. Mehr...

Inserieren

Anzeigen online aufgeben
Inserate einfach online aufgaben

Kommentare

Abo

Eine für alle. Im Digital-Abo.

Den Landboten digital ohne Einschränkung nutzen. Für nur CHF 25.- pro Monat.
Jetzt abonnieren!