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Archiv des Unvollständigen

Mülheim. Dabei am Mülheimer Dramatikerpreis: die Zürcherin Laura de Weck und Rimini Protokoll mit dem Schweizer Stefan Kaegi.

Sieben Stücke sind im Wettbewerb für den Mülheimer Dramatikerpreis. «Schwergewichte» wie Elfriede Jelinek sind diesmal nicht in der Auswahl. Stattdessen gibt die Jury Nachwuchs­autoren wie Laura de Weck, Wolfram Höll, Rebekka Kricheldorf, Philipp Löhle und Ferdinand Schmalz eine Chance. Die mit 15 000 Euro dotierte Auszeichnung ist einer der renommiertesten Theaterpreise im deutschsprachigen Raum.

Der bekannteste Autor im diesjährigen Wettbewerb ist René Pollesch, der mit seinem an den Münchner Kammerspielen uraufgeführten Stück «Gaso­line Bill» in die Auswahl kam. Es ist eine Komödie über den Terror der Zwischenmenschlichkeit in einer Doppelhaushälfte. Zum zweiten Mal in Mülheim dabei ist die Performancegruppe Rimini Protokoll. Ihre in Stuttgart uraufgeführte Dokuproduktion «Qualitätskontrolle» ist ein verstörender Theaterabend. Auf der Bühne sitzt die querschnittsgelähmte Maria-Christina Hallwachs. Die Bühne ist ein Schwimmbecken ohne Wasser – Hallwachs verletzte sich als Jugendliche bei einem Sprung in einen Pool so schwer, dass sie seitdem vom Hals abwärts gelähmt ist.

Alltag und Ekstase

Erstmals dabei ist der Österreicher Ferdinand Schmalz mit seinem in Leipzig uraufgeführten Werk «am beispiel der butter». Es erklärt anhand von Butter und Milch in einer Provinzmolkerei fast die ganze Welt.

In der Auswahl sind ausserdem der Sprachmusikabend «Archiv des Unvollständigen» von Laura de Weck, «Und dann» von Wolfgang Höll, «Alltag und Ekstase» von Rebekka Kricheldorf sowie «Du (Normen)» von Philipp Löhle. Vergangenes Jahr hatte das Inzestdrama «Von den Beinen zu kurz» der Schweizer Nachwuchsautorin Katja Brunner gewonnen. (sda)

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