Zum Hauptinhalt springen

Armee saniert verseuchte Grube

Über 30 Jahre wurde in einer stillgelegten Kiesgrube bei Mar­tha­len geschossen. Jetzt will die Armasuisse den verseuchten Boden über dem Grundwasserstrom des Rheins reinigen.

Ende 2011 hiess es in der ehemaligen Kiesgrube Schränne «Feuer halt!». Die Schweizer Armee gab ihren dortigen Schiessplatz auf und zog sich zurück. Nun macht sie sich an die Beseitigung heikler Altlasten, die sie zurückgelassen hat und die im Boden schlummern. Denn die Grube gilt auf Umweltkarten als «belasteter Standort». Seit ungefähr Ende der Siebzigerjahre wurde dort unter freiem Himmel geschossen, entweder mit Sturmgewehren oder Pistolen. Am Ende gab es einen Holz-, aber auch einen Erdkugelfang. Geschossen hat dort nicht nur die Schweizer Armee, sondern auch die Kantonspolizei Zürich. Auch die Schützen des Pistolen-Clubs Mar­tha­len haben jeweils von Frühling bis Herbst in der stillgelegten Kiesgrube, die der Gemeinde gehört, trainiert. All das hat Spuren hinterlassen. Speziell im Bereich des Erdkugelfangs und im Boden davor. Gemäss dem Bericht eines Zürcher Umweltbüros ist der Bleigehalt dort «sehr hoch». Dies geht aus dem Sanierungskonzept der Arma­suisse hervor, das seit einigen Tagen in der Gemeindekanzlei Mar­tha­len öffentlich aufliegt. Die Brisanz des Befundes liegt darin, dass das verseuchte Gelände mitten im Wald auf halbem Weg zwischen Mar­tha­len und Ellikon und rund zehn bis zwölf Meter über dem Grundwasserstrom des Rheins liegt. Als heikel gelten vor allem Rückstände des Schwermetalls Antimon, das der Härtung der Munition diente und als relativ flüchtig gilt. Der Rückhalt von Antimon sei möglicherweise ungenügend, heisst es dazu im Konzept. Somit bestehe die «konkrete Gefahr einer Verunreinigung des Grundwassers». Einen Monat lang reinigen Gleichzeitig stuft die Armasuisse eine Sanierung aber als «nicht besonders dringlich» ein. Zwar liegt rund 600 Meter nordwestlich des alten Schiessplatzes die Grundwasserfassung Schmugglerweg; deren Schutzzone endet erst 175 Meter vor der Grube. Doch nach allem, was man dar­über weiss, fliesst das Grundwasser nicht von der «Schränne» in Richtung Wasserfassung, sondern eher nach Südwesten. Gemäss Plänen der Armasuisse beginnt die Sanierung im Frühling 2015 und dauert rund einen Monat. Dabei werden nicht nur rund 170 Kubikmeter verseuchte Erde, sondern auch über 500 Kubikmeter Holzschnitzel abgetragen und wegtransportiert. Hinzu kommen der Holzkugelfang, herumliegende Pneus, alte Bahnschwellen und Altmetall. Insgesamt wird die Menge auf rund 800 Kubikmeter Abfall geschätzt. Die Lastwagen, die ihn wegkarren sollen, werden die A4 bei der Ausfahrt Trüllikon verlassen und Mar­tha­len südlich umfahren, um die Grube im Wald zu erreichen. Nach der Sanierung soll die Natur sich selber überlassen werden. Der Schiessplatz Schränne ist bei Weitem nicht der einzige im Kanton, der saniert werden muss. Laut kantonaler Schätzung von 2011 müssen etwa 320 Kugelfänge gereinigt werden. Bis 2020 sollen sie sauber sein.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch