Zum Hauptinhalt springen

Ashya hat seine Eltern wieder

Ein spanischer Richter mit Herz hat die inhaftierten Eltern des krebskranken britischen Jungen Ashya freigelassen. Sie hatten ihr krankes Kind ohne Erlaubnis aus einer britischen Klinik entführt.

Fünf Jahre jung, allein, verängstigt, von Menschen umgeben, deren Sprache er nicht versteht. Der kleine Ashya hat von Samstag bis gestern Morgen ein Drama erlebt, das eine kindliche Seele nicht begreifen kann. Schon gar nicht, was die Justiz seines Heimatlandes getrieben hat, ihn aus der Obhut seiner Eltern zu reissen. Ashya King ist Brite. Seine Eltern Brett und Naghemeh wurden von der spanischen Polizei verhaftet, aufgrund eines Europäischen Haftbefehls, den ein britischer Richter ausgestellt hatte. Ihr Vergehen: Sie hatten ihren an einem Gehirntumor erkrankten Sohn aus der Klinik geholt. Denn sie wollten eine andere, modernere Therapie für Ashya. Die Protonentherapie gibt es in Grossbritannien noch nicht, wohl aber in anderen europäischen Ländern und den USA. Die Kings wollten ihr spanisches Ferienhaus verkaufen, um Geld für die Privatbehandlung zu haben. Für die britische Justiz dennoch ein Fall von «Grausamkeit gegen einen unter 16-Jährigen». Im spanischen Recht heisst das Kindesmisshandlung. Um Mitternacht freigelassen Der Dienst habende Richter am Nationalen Gerichtshof in Madrid handelte sofort, als am Dienstagabend nach 20 Uhr die Aufhebung des Europäischen Haftbefehls gegen Brett und Naghemeh King auf seinen Schreibtisch gelegt wurde. Richter Fernando Andreu ordnete noch in derselben Minute die Freilassung der beiden Briten an. Kurz vor Mitternacht öffneten sich die Tore des Gefängnisses von Soto del Real bei Madrid. Sie bestiegen ein Auto, um nach Málaga zu fahren. Dort lag der kleine Ashya in der Krebsabteilung des Kinderkrankenhauses. Die britische Justiz handelte offenbar unter dem Druck der öffentlichen Meinung. Seit Bekanntwerden der Verhaftung und des Auslieferungsbegehrens gingen mehr als 100000 Petitionen mit der Bitte um Freilassung bei der Regierung in London ein. Premier David Cameron sagte im Londoner Rundfunk, er hoffe, «dass gesunder Menschenverstand spriessen wird». Der spanische Anwalt der Familie King, Juan Isidro Fernández aus Sevilla, sprach von einem Drama und verleumderischen Behauptungen der Ärzte. Er kündigte eine Schadenersatzklage gegen die Klinik an.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch