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«Atlantis»: Studentenzimmer rückwirkend legalisiert

Die 140 Studenten dürfen im «Atlantis» bleiben, bis eine Baubewilligung für das neue Hotel vorliegt. Die Zwischennutzung darf aber kein Business ein.

Die Lex Koller lässt es nicht zu, dass eine ausländische Gesellschaft einem Inländer Wohnraum vermietet. Genau dies war aber im Hotel Atlantis am Fusse des Üetlibergs der Fall: Die Eigentümerin, die Neue Hotel Atlantis AG, die einem Investor aus Qatar gehört, vermietete für 30 000 Franken monatlich dem Unternehmer Werner Hofmann (Tescon, Buchs) das Gebäude als Studentenwohnheim. Für 400 Franken erhielten 140 Studierende eine Bleibe. Gemäss Abmachung nur so lange, bis eine Bewilligung für den geplanten Neubau vorliegt. Die Eigentümer wollen ein Luxushotel bauen. Juristischen Dreh gefunden Seit September 2012 ist der Mietvertrag ungültig. Die Behörden stuften das Geschäftsmodell als kommerzielle Nutzung von Wohnraum ein, was mit der Lex Koller unvereinbar ist. Die Studierenden wohnen seither illegal im «Atlantis». Und Hofmann bezahlte der Atlantis AG keine Miete mehr. Nun haben die Beteiligten aber einen Dreh gefunden, um die Zwischennutzung zu legalisieren. Gebrauchsleihvertrag heisst der Fachbegriff. Er besagt, dass ein Betrieb wie ein Studentenwohnheim mit der Lex Koller vereinbar ist, wenn die Beteiligten kein Geschäft machen. Auf ein solches Modell einigten sich die Eigentümer und Hofmann am 7. Januar. Laut gestriger Mitteilung hat der Zürcher Bezirksrat seinen Segen dazu gegeben und den Gebrauchsleihvertrag in Kraft gesetzt – und zwar rückwirkend auf den letzten September. Abgemacht ist wie bisher, dass die Studenten höchstens bis zum Vorliegen einer Baubewilligung bleiben dürfen. Wann das der Fall sein wird, bleibt offen. Auf Anfrage sagte Hofmann: «Ich glaube, dass die Studierenden die nächste Weihnacht noch im ‹Atlantis› verbringen können.» Nur Nebenkosten verrechenbar Im Detail sieht der Vertrag Folgendes vor: Die Eigentümer dürfen Hofmann monatlich eine Pauschale von 4500 für die Hauswartungskosten und Ähnliches in Rechnung stellen. Dazu kommen Nebenkosen für Heizung. Elektrizität und Warmwasser. Hofmann seinerseits darf von den 140 Studierenden monatlich eine Pauschale von 400 Franken verlangen für seine Nebenkosten. Für die Studierenden ändert sich also nichts. Sie erhalten allenfalls sogar Geld zurück, sollte sich in der Endabrechnung der einbezahlte Betrag als zu hoch erweisen. (tsc)

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