Zum Hauptinhalt springen

Auch die Reichen soll es treffen

kommentar

von jann lienhart

Schwer verdaulich ist das, was uns der Bundesrat gestern mit seinen ersten Vorschlägen zur Unternehmenssteuerreform III präsentiert hat: Die normalen Steuerzahlerinnen und Kon­sumenten sollen geschröpft ­werden, damit die Steuern für Unternehmen gesenkt werden können. Nach den schlechten Erfahrungen mit der Unternehmenssteuerreform II kommt das Ganze wie ein schlechter Witz daher. Trotzdem: Auf die eine oder andere Art werden wir ­diese Kröte schlucken müssen.

Das ist allein schon so, weil der Wind gedreht hat. Unsere Nachbarstaaten akzeptieren nicht mehr, dass die Schweiz auf ihre Kosten es Unternehmen ermöglicht, Steuern zu umgehen. Die Zeit dieses Geschäftsmodells ist vorbei. Der Anteil der Schweiz am Kuchen des globalen Steueraufkommens der Unternehmen wird dar­um sinken. Zudem wird dieser ­Kuchen künftig nicht mehr stark wachsen. Dafür sorgt der Steuerwettbewerb, dessen Intensität gerade durch den Kampf der Staaten gegen die Steueroptimierung noch zunehmen wird.

Das ist auch eine Chance für die Schweiz. Wenn sie es schafft, ohne die früheren Tricks steuerlich für Unternehmen attraktiv zu bleiben, werden die Steuerausfälle geringer. Um für diese Logik auch den Normalverdiener zu gewinnen, braucht es ­jedoch eine gerechte Verteilung der Lasten. So dürfen die Unternehmenssteuern nur so weit gesenkt werden wie absolut notwendig. Zum andern soll es auch die Wohlhabenden treffen, die ja die eigentlichen Profiteure einer Unternehmenssteuersenkung sind. Die vorgeschlagene Besteuerung der Aktien­gewinne ist dafür ein zumindest denkbarer Weg.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch