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Auch mit Glück zum Rekord

Oerlikon. Die ZSC Lions holten mit dem 4:2 (1:1, 2:0, 1:1) über Ambri-Piotta den achten Sieg in Folge. Sie bauten damit ihren Vorsprung an der Tabellenspitze aus.

Acht Spiele, acht Siege. Und das Maximum von 24 Punkten. Das haben die ZSC Lions in der Qualifikation zuvor noch nie erreicht. Wenig deutet dar­auf hin, dass diese Serie mit dem gestrigen Erfolg gegen den Tabellendritten zu Ende gehen würde. Denn am Donnerstag, im nächsten Heimspiel, kommen die Rapperswil-Jona Lakers. Und die sind abgeschlagen am Ende der Tabelle.

Genau diese Tatsache dürfte wohl der einzige Grund sein, der den Zürchern eine Niederlage bescheren könnte. Dann nämlich, wenn sie ein bisschen überheblich und zu nachlässig auftreten. Denn solche Momente hatten sie – nach dem Derby-Sieg wenig überraschend – schon gegen die Leventiner. Und zwar ausgerechnet dann, als sie noch keinen Grund dazu gehabt hätten. Nämlich nach dem 1:1. Das zweite Drittel war geprägt von Chancen hüben und drüben, wobei Ambri die besseren Möglichkeiten hatte, 2:1 in Führung zu gehen. Inti Pestonis Schuss prallte vom Lattenkreuz zurück, Maxime Noreau traf statt ins leere Tore an den Pfosten. Und Alain Mieville schoss alleine vor Goalie Lukas Flüeler über das Tor.

«Schnell zwei Tore»

All diese Ambri-Chancen waren Produkt der Zürcher Nonchalance. Schlechtes Vorbild in dieser Beziehung war Marc-André Bergeron, der immer wieder Scheiben verlor. Aber eben. «Wir haben einen Lauf», sagte Verteidiger Severin Blindenbacher zur Entwicklung des Matches. Und wer einen Lauf hat, der verfügt auch über sehr viel Selbstvertrauen. «Ambri spielte im zweiten Drittel besonders gut», befand auch Roman Wick. «Wir hatten ein bisschen Glück – und dann schossen wir halt schnell zwei Tore.» Einfach so.

Aber genau so ist es momentan mit den Zürchern. Wenn sie einen Treffer benötigen, dann erzwingen sie ihn auch. Oder wird er ihnen vom Gegner offeriert. Ambri wurde fast zu offensiv und lief in einen Konter. Zwei Verteidiger standen dem Ausnahmetrio Wick/Cunti/Nilsson ge­gen­über – und das geht in den meisten Fällen schlecht für den Gegner, aber gut für die Lions aus. So war es. Wicks Querpass nahm Nilsson perfekt ab. Fünf Minuten später traf Wick via Schoner des sonst guten Ambri-Torhüters Sandro Zurkirchen.

Die «Zauberlinie» der Zürcher hatte sich rechtzeitig aufgefangen und vom ertraglosen und komplizierten Passspiel auf die Suche nach dem direkteren Weg zum Tor umgestellt. Mit dieser Führung im Rücken waren die Lions im letzten Abschnitt lange kon­zen­triert genug, um Ambri sehr wenig Offensivaktionen zuzugestehen. Wick und Trachsler verpassten das 4:1. Und dann wurde es trotzdem nochmals eng. Ohne Goalie traf Maxime Noreau nach 58:09 zum 3:2 für Ambri. Der letzte Ansturm der Leventiner brachte die Lions in arge Verlegenheit, Inti Pestoni verpasste nach 59:44 den Ausgleich ganz knapp. Dan Fritsche beruhigte dann die Gemüter mit dem 4:2 ins leere Tor.

Auf der Suche

Dem Neuzugang hat der Wechsel von Lugano nach Zürich offenbar gut getan. In bisher sechs Partien erzielte er bereits vier Tore. Vorher hatte er in zwölf Matches für Lugano ein einziges Mal getroffen. «Es ist schön, in einem Spitzenteam zu spielen», sagte der Amerikaner mit Schweizer Lizenz. «Ich bin immer noch auf der Suche nach meiner Rolle.» Das zeigt sich auch darin, dass er meistens als Center zwischen den jungen Flügeln Phil Baltisberger und Mike Künzle in der nominellen vierten Linie spielt.

Ambri wird sich ärgern, aus den Chancen im Mittelabschnitt nichts gemacht zu haben. Mit einer Führung im Rücken hätte dieses Team für die Lions gefährlich werden können. Nach dem frühen Rückstand (Bastls 1:0 fiel nach 223 Sekunden) kämpfte sich der Aussenseiter auf ein 1:1 durch Lukas Lhotak heran. Ganz an die Spitze reicht es den Leventinern, das mussten sie gestern erfahren, doch noch nicht.

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