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Auf den Hafenkran könnte die grosse Leere folgen

Mit dem Kunstprojekt am Limmatquai wollte die Stadt eine Debatte über die Nutzung des dortigen Platzes lancieren. Eine Umfrage zeigt: Viele wünschen sich dort gar nichts.

Acht Sitzbänke, ein Abfalleimer, graue Pflastersteine – und sonst nichts: So präsentiert sich der Platz vor dem Zürcher Rathauscafé, auf dem bald ein ausrangierter Hafenkran als zeitlich befristetes Kunstprojekt stehen soll. 2014 kommt der Kran, teilte das Stadtzürcher Tiefbau- und Entsorgungsdepartement (TED) kürzlich mit, nachdem der einzige Rekurs zurückgezogen worden war. Während das 600 000-Franken-Projekt heftige Diskussionen über Sinn und Unsinn von Kunst respektive Verschleuderung von Steuergeldern auslöst, blieb die Debatte, die der Stadtrat damit lancieren wollte, bisher weitgehend aus: Wie soll der Platz aussehen, wenn der Kran wieder weg ist?

Fragt man Passanten am Limmatquai, was dort in Zukunft geschehen soll, wird schnell klar: am besten (fast) nichts. «So wie der Platz ist, ists eigentlich schön», sagt beispielsweise die 23-jährige Manuela Bachmann aus Zürich. Und fügt an: «Einfach ein paar Bänke, wo man das schöne Wetter geniessen kann – es gibt viel zu wenig solche Plätze in Zürich.» Die 78-jährige Rita Regli wünscht sich ein paar Pflanzen. «Jetzt wirkt der Platz etwas kalt.» Dem 49-jährige Informatiker Andreas Ernst, der im Café vis-à-vis seinen Kaffee geniesst, ist das recht so. «Ich habe leere Plätze am liebsten», sagt er. Ein älterer Herr pflichtet ihm bei: «Von mir aus muss man da gar nichts machen.»

Hauptsache, Kundschaft

Nichts ändern – das ist auch aus der Sicht von Christian Brugger, Co-Präsident der Geschäftsvereinigung Limmatquai-Dörfli (GLD), eine valable Option. «Es ist gut, dass man diesen Freiraum hat», sagt er. Der Platz solle nutzbar bleiben, etwa für Festzelte – oder für Kunstaktionen wie den Hafenkran. Für ihn ist vor allem wichtig, dass der Platz so genutzt wird, dass es «Frequenzen» gibt. Soll heissen: potenzielle Kunden.

Was die Behörden nach dem Hafenkranprojekt mit dem Platz vorhaben, ist noch unklar. «Ob Gebäude, Kunstwerk oder leerer Raum ist völlig offen», sagt Mike Sgier vom Tiefbau- und Entsorgungsdepartement.

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