Zum Hauptinhalt springen

Auf der Achterbahn der Resultate

Winterthur. Spielt das erste Team des Tischtennisclubs im Herbst noch in der 1. Liga? Den Winterthurern droht eine Barrage um den Klassenerhalt – und im schlimmsten Fall sogar der Direktabstieg.

«Man merkt in der ganzen Mannschaft, dass das Po­ten­zial für mehr da wäre.» Captain Johnny Riquet ist überzeugt, dass er und seine Teamkollegen besser sind als die Resultate, die sie in der 1.-Liga-Meisterschaft erzielt haben. «Ich fand die Saison nicht negativ», sagt Benny Striegel, ein anderer aus dem Spielerquartett, und berichtet von guter Stimmung und Zusammenhalt. Doch in 18 Partien gewann Winterthur nur 31 Punkte, obwohl die Liga, wie Riquet meint, «deutlich schwächer» sei als vor einem Jahr. Damals wurden 38 Zähler gewonnen.

Am vergangenen Samstag gab es beim 3:7 gegen das erstklassierte St. Gallen zwar einen Punktgewinn. Striegel schlug dabei den drei Klassierungsstufen stärker eingeschätzten ­Maximilian Lunzer und gewann einen Satz gegen die Nummer eins des Gegners, den früheren Weltklassespieler Ding Yi. Diesen Winter, bekam der Winterthurer erzählt, habe Yi zuvor erst zwei Sätze verloren. Zwei Tage später, gegen Zürich Affoltern, traf Striegel aber nicht mehr gut. «Ich bin eine Achterbahn, ich kann es nicht ändern.»

Von den anderen abhängig

Auch bei Johnny Riquet, Klaus Dingwerth und Fabio Steffen ging es rauf und runter. «Alle haben sehr wenig trainiert», erklärt Riquet das. «Aus unterschiedlichen Gründen.» Bei ihm selbst sei es so, dass er im August seine Doktorarbeit abgeben werde. «Für mich war es sicher ein Ausnahmejahr.» Trotzdem gewann Riquet, als B15-Klassierter spielstärkster Winterthurer, zwei Drittel seiner Einzel. «So viel mehr Spiele hätte ich also gar nicht mehr gewinnen können.»

Es hätten auch nicht viel mehr sein müssen, und Winterthur würde in der ausgeglichenen Gruppe einen Platz im vorderen Mittelfeld belegen. Nun aber zittert das Team um den Ligaerhalt. Derzeit belegt es Rang sieben unter zehn Teams. Noch. Denn mit einem Unentschieden oder einem Sieg in seinem letzten Spiel kann Young Stars Zürich Winterthur in der Tabelle noch überholen. Je nach Ausgang der 1.-Liga-Aufstiegsspiele, also der Anzahl Aufsteiger aus dem Ostschweizer Regionalverband in die NLC, müsste Winterthur dann absteigen. Oder im Mai gegen einen Zweitligisten um den letzten Platz in der 1. Liga stechen.

Umso ärgerlicher ist es angesichts der knappen Angelegenheit, dass die Winterthurer drei Auswärtspartien nicht komplett bestritten haben, sondern nur mit zwei statt drei Spielern ­anreisten – wegen Auslandabwesenheiten, Studienabsenzen oder Krankheit. Prompt gewann die Equipe in den drei Begegnungen keinen der vier Punkte für die Rangliste. Sind vier Spieler für das Team also zu wenig? «Ja», sagt Striegel. «Aber es ist im Verein niemand da, der nachrückt oder sich für die erste Mannschaft aufdrängt.»

«Wir steigen nicht ab»

«Wir steigen nicht ab», gibt sich Johnny Riquet zuversichtlich. Auch vor einem Barragespiel hat er keine Angst. «Dann legen wir vorher halt noch einen Trainingseffort hin», schmunzelt er. Zunächst werden die Winterthurer Tischtennisspieler sowieso den Cup-1/16-­Final bestreiten. Die Partie gegen die NLC-Auswahl aus Wetzikon ist für heute Abend angesetzt (20 Uhr, Turnhalle Schachen). «Wir haben absolut eine Chance zu gewinnen», glaubt Riquet. Sein Team ist zwar nur Aussenseiter. Aber heute werden die unterklassigen Gastgeber in Bestbesetzung antreten.

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch