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Auf der sicheren Seite

Minsk. Am Tag nachdem sich die Schweizer mit einem 6:2 gegen Kasachstan der Abstiegssorgen entledigt hatten, wurde die Viertelfinalhoffnung durch das 3:1 der USA über Finnland extrem klein.

«Zum Glück war es offenbar nicht allen bewusst, um was es in diesem Spiel ging», sagte Captain Mathias Seger nach dem 6:2 (2:0, 2:0, 2:2) über Kasachstan. Und er dachte dabei daran: Mit einer Niederlage gegen den Aufsteiger wäre die Schweiz auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen und hätte gegen die Relegation kämpfen müssen.

Mit dem Sieg aber, der zu keiner Zeit in Frage stand, ist der letztjährige Silbermedaillengewinner auf der sicheren Seite des Turniers. Nach hinten kann ihm nichts mehr geschehen. Doch nach vorne hat er nur noch verschwindend kleine Viertelfinalhoffnungen.

Hoffen auf Kasachstan …

Erste Voraussetzung zu einem Platz unter den besten vier sind drei Punkte am Dienstag gegen Lettland. Dann kommen die Schweizer total auf zehn Zähler. Russland und seit gestern Nachmittag die USA, welche überraschend Finnland 3:1 bezwangen, können sie nicht mehr einholen. Und der Sieg der Amerikaner hat verheerende Folgen für Sean Simpsons letzte WM: Nur wenn heute Nachmittag die Kasachen gegen Finnland drei Punkte holen, ist ein Viertelfinalplatz noch möglich. Schaffen die Kasachen tatsächlich diese Sensation, dann können die Schweizer Chancen bei Lettland – Weissrussland mit einem Verlängerungssieg der Letten vernichtet werden. Gewinnen die Weissrussen, dann reicht ein Schweizer Sieg über Lettland (aber wirklich nur, wenn heute die Kasachen gegen Finnland siegen).

Die Entscheidung gegen die Schweiz also fällt höchstwahrscheinlich schon heute Abend. Oder dann spätestens am Dienstag, nach dem letzten Schweizer Spiel bei Russland – Weissrussland.

Aufstieg im Powerplay

So kann es also gut sein, dass die Steigerung der Schweizer um einen Match zu spät eingesetzt hat. Auch wegen des Powerplays. Bis zum Spiel gegen die Kasachen hatten die Schweizer mit ihren Überzahlaktionen alles andere als überzeugt. «Wir haben seit WM-Beginn einiges besprochen, und sie sind besser geworden», freute sich Sean Simpson über die Ausbeute vom Samstag. Sechs Powerplay-Gelegenheiten hatte sein Team (davon eine über fünf Minuten), vier davon nützte es zu Toren. Denis Hollenstein (dritter Turniertreffer), Yannick Weber, Andres Ambühl und Luca Cunti waren in Überzahl erfolgreich. Dazu kamen das Unterzahltor von Kukan und der einzige Treffer bei numerischem Gleichstand, das 6:0 von Eric Blum.

Mit dieser Überzahlbilanz katapultierten sich die Schweizer in der Powerplay-Statistik vom letzten auf den vierten Platz. Und auch in Unterzahl sieht ihr Wert akzeptabel aus. Das sind erfreuliche Details. Doch sie werden überdeckt vom Gesamtbild, das diese Mannschaft abgab: Dass sie sich aus der Negativspirale befreien konnte, war ein absolutes Unikum. In früheren Jahren hätten drei Niederlagen zum Turnierstart unweigerlich in den Abstieg geführt. Zum Glück waren (ausser Mathias Seger) kaum mehr Spieler im Team, die solche Erfahrungen gemacht haben. Sonst hätten sie sich nicht – fast schon frech – einfach nach vorne orientiert. Sonst hätten ihnen gegen die Deutschen die Hände noch mehr gezittert – und gegen die Kasachen dann gar noch die Beine dazu. (jch)

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